No matter which way you go
Was wollte ich noch gleich sagen?
Dass ich schonwieder trinke, mir heute morgen schwindlig wurde, weil ich die Schlaftabletten und das eine Glas Sekt nicht ausgeschlafen hatte, vielleicht.
Dass ich weinen musste, nach Tybalts Mail. Und es mir wirklich wehtat.
Dass es aber auch Stiche in meinem Herz gab, weil Tobi von irgendwelchen beschissenen Medikamenten erzählt hat, wo nur Gleichgültigkeit sein sollte. Ein Glas Sekt macht mich so wummerig im Kopf wie es nichtmal eine Flasche machen sollte.
Ohgottohgottohgott. Ich will nicht.

25.11.11 01:30


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Eine Flasche Sekt trotz Montagabend.  Ihr Passwort ist falsch.
Stiche im Herz, als ich zwei Geigen im Lehrerzimmer stehen sehen hab - nur Pflichtbewusstsein? Denke an dich, als ich ausgerechnet zu einem schlechten Liebeslied einer Vorabendsoap wieder verschwitzt aufwache.
Denke kaum an Bernhard, als ich den unförmigen Hintern seiner Mutter am Kopierer stehen sehe (kaum 10m von den Geigen entfernt) - also?

Und dem Klang vom Untergang deiner zitternden Lippen
inmitten von "Alles wird Gut" und "Ich habe den Mut"
steht ein "Bitte komm zurück" in der Farbe von Blut 

 

Ich muss ein Tobiunabhängiges Leben weiterleben. Ist wie Dominosteine, blöde Metapher. Jeder zweite Stein "es geht mir schlechter" jeder erste? "mehr Tobi". Noch eineinhalb Gläser Sekt, dann ein Käsebrot. Inkosequenz und Heuchelei als Lebensinhalt? 13 Punkte trotz dem ständigen Falschaussprechen der Reithosenlehrerin. Ist das wohl eine Lektion fürs Leben?
Warum habe ich gefühlt mehr Frage- als Antwortsätze?
Die zerbrechliche Einrichtung der Welt. Ohne Tybalt.
Es schmerzt nicht genug.

21.11.11 23:12


Irgendwas ist da schief gelaufen, sonst würde ich nicht heulen, wenn Tobi mich beleidigt.

Zuviel Sekt, zuviel Einsamkeit.
Ich hab Angst vor dem Leben. Tybalt will ich loswerden, und dann doch wieder nicht, weil ich jemanden brauche. Das ist unfair und er tut mir Leid. Auch, weil  ich ihn mag?
Alles ist scheiße. Überall müsste ich was in Ordnung bringen und nirgendwo hab ich die Kraft. Falsch. Nirgendwo hab ich den Mut.

19.11.11 01:15


Früher oder später wird es vorbei sein. Das ist scheiße - ?

Und war doch nur eine Frage der Zeit - das Alter, die Lebenswirklichkeiten? Kein Wunder also. Ist schon ulkig, "kein Wunder" zu sagen, auch, wenn Wunder Ansichtssache sind, wer würde behaupten, es gäbe übermäßig viele, die man wahrnimmt? Kein Wunder weit und breit ist somit eigentlich der Normalzustand.

Anfang der Woche dachte ich noch, die Entscheidung wäre die zwischen so weitermachen wie bisher - das "bisher" der letzten eineinhalb Jahre, das stabile, das nur mit Tybalt möglich war - oder zurückfallen in das Leben davor, das einzige, das ich ohne Tybalt wirklich gewöhnt war.

Jetzt denke ich mir, dass ich eine Entscheidung fällen muss zwischen dem beschissenen Depressivsein - dem, wenn man nicht in die Schule geht, weil die Kraft nur reicht, um zwischen KiKa und Frauentausch hin- und herzuzappen - und dem lebendigen. Das, bei dem man sich ständig betrinkt und die härteste Musik hört, die man finden kann, rumfickt und nur mal kurz zwei Minuten lang auf einem abgesifften, fremden Klo heult. Das bulimische Depressivsein. Seltsam, dass ich das irgendwann mal nicht geil fand, diesen übermäßigen Lebenskonsum, das Auskotzen der ganzen Alltagsscheiße.

 Momentan jedenfalls hänge ich in der Mitte - ich trinke genug und vorallem regelmäßig genug, um meine Leber zu verstimmen, aber zu wenig, um mich an allem stützen zu müssen, was mir an den Weg kommt, der einzige, der mich die letzten 2 Wochen gefickt hat, war mein Dildo und von Callejon gibt es einfach zu wenige Lieder.

Ich habe ihn wirklich mal geliebt.
Und ich bin definitiv zu nah am Wasser gebaut, bah.

 

5.11.11 17:54


Tybalt will mich nicht sehen. Tut weh, obwohl ich diejenige bin, die nichtmehr will.

Also schreibe ich mit Tobi, der angefangen hat, sich mit Mia zu treffen (scheiß Wichser, verdammt) und rede über Sachverhalte, die eigentlich zu viel sind für meine angetrunkene Seele.
Mein Kopf ist rot und ich gröle Tegan&Saratexte. Genau wie letztes Jahr.

Scheiße, ich vermisse Tybalt vielleicht.

Selbszerstörung ftw. And I lost myself again.

1.11.11 11:46


Als ich heute morgen noch vor sieben Uhr komplett übermüdet und von der Dunkelheit erschlagen im Zug saß und Samsas Traum gehört hab (und dann, ohgott, was für ein Klischee, auch noch Tanathan und Athanasia) fiel mir auf, dass ich mir einrede, in so einer Sehnsucht nur von Tobi verstanden zu werden. Und ich musste, die vollbepissten Stufen runtertrabend, unwillkürlich lächelnd daran denken, wie er mir einmal voll Bewunderung schrieb, wie verrückt es sei, dass eine 14-jährige Janus verstehe. Und dann wurde mein Herz schwer von dem Gedanken, dass ich mir etwas vormache in dem ich mir einrede, es bedeute etwas, was er mir geschrieben hat, vor fast 3 Wochen.
Mit klebrigen Fingern (Pornos scheinen mich jawohl definitiv sentimal zu machen) denke ich dann, dass es Irrsinn ist, mit ihm zu ficken, wo doch wahrscheinlich unser beiden Sexualität (seine aber ganz definitiv) nur Spiegel von irgendwelcher unaufgearbeiteter Krüppelkindheitsscheiße ist. Und dann fällt mir ein wie unglaublich beruhigend es ist, an eiskalten Wintertagen in Frau Knoedgens Unterricht zu sitzen, ihren freudschen Eskapaden zu lauschen und sich vorzustellen, man hätte irgendwann mal so eine wunderbar kühle, distanzierte, strenge und dennoch unglaublich einfühlsame Analytikerin ganz für sich allein.

Ich habe mir überlegt:
- Ich will keinen Kontakt zu Tobi.
- Ich will ihn nicht besuchen, wenn wir Kontakt haben.
- Wenn ich ihn besuche und es mir schlecht geht, war ich eh nochnicht annährend geheilt, es ist dann nicht das Schlechteste, wenn ich weiß, dass ich noch eine Therapie brauche.
- Ich werde ihn nicht besuchen, bevor ich nicht eine Entscheidung getroffen habe, was Tybalt betrifft.

Ob das wohl heißt, dass sie schon getroffen ist?
Dagegen spricht, dass ich Max unter irgendeinem Vorwand absagen werde, weil ich es nicht übers Herz bringe, Tybalt nichts davon zu erzählen. Dagegen spricht, dass ich ein Zuhause brauche. Und vorallem dagegen spricht dass ich in Betracht ziehe, dass ich nicht nur irgendein Zuhause brauche, sondern ihn.

Ich schreibe jetzt für das Land Baden-Württemberg. Ist doch schick. Oder ekelhaft kapitalismusdemokratisch-verfassungskonform. Vielleicht werde ich schon spießig?

29.10.11 20:18


Dienstagnachmittagsblues

Dann ist plötzlich

schon 10 vor 6

und

ich hab dir immer noch nicht gesagt

dass nicht alles okay ist

zwischen uns.

25.10.11 17:52


“sorry, ich hab mich ficken lassen“ antworte ich Simon fünf Stunden zu spät auf meine SMS und finde mich schlagfertig bis witzig. Meine Ohren tun weh, vielleicht weiles so kalt draußen ist, vielleicht weil er zu oft daneben geschlagen hat. Ich bin seltsam traurig, vielleicht weil mir der Alkohol nicht gut getan hat, vielleicht weil der Abschied zu kühl war. Ivh ha mich anpissen lassen. Albträume von meinem Vater gehabt (Fr. knoedgen sagt dass Freud sagt, Unbewusstes spiegle sich in Träumen und wiederholenden Handlungen). Und das Gefühl, zu spät dran zu sein für alles. Vielleicht gehts mit besser, wenn ich endlichwieder auf ner Demo war. Ich gab vergessen, ob ich Tybalt liebe. Oder dass.
21.10.11 23:50


Es ist weg. Es ist einfach komplett verschwunden.

Ich hab mit Tobi gecamt und angerufen auch (die Nummer wusste ich noch. Leider.) und die Faszination ist vorbei. Einfach weg. Ich fand ihn nicht unterhaltsam, ich musste nicht über ihn lachen, es war kein seltsames Verliebtheitsgefühl da, ich hab mich auch nicht in irgendwelche alten Zeiten zurückversetzt gefühlt.
Ich habe nach 10 Minuten nur noch traurig gelächelt, weil ich zum ersten Mal verstanden hab, dass zwischen seinen wirren betrunkenen Sprachfetzen keine Gedanken waren, die er nur nicht aussprechen wollte, sondern dass genau das alles war. Dass sein Zynismus nur ein mittelmäßiger ist und sich dahinter auch keine durchdachte Gesellschaftskritik verbirgt. Ich hab ihn bemitleidet, wie er da so saß, einen halbsteifen Schwanz zwischen den Beinen, und in Pidginenglisch über seine Mutter schimpfte, die verdammte Hure und so, und nicht wusste, wo ihm der Kopf steht und sich so verdammt offensichtlich nach einem Zuhause gesehnt hat.
Ich habe 3 Jahre lang versucht, ihm eines zu geben. Nie mehr.
Schade, dass er der Einzige ist, der sich retten kann. Denn das wird er nicht.

11.10.11 00:21


Tobi hat mich angeschrieben. Ich zittere.


10.10.11 17:40


Heute Morgen wollte ich mich schneiden und nicht weiteratmen, weil das Wetter so grau ist wie meine Gedanken - oder andersrum. Ich bin wieder angespannt und gereizt, jedes falsche Wort löst in mir heiß regnende Asche aus. Aber jetzt sah ich auf fast allen Fotos schlank aus und drei gutaussehende Freunde von Lenas Bruder wollten mit mir - nur mir - Trinkspiele spielen und haben meine Beine und meinen Arsch angeglotzt, und plötzlich wurde mir auch klar, warum es mich getroffen hat, dass Bernhard jetzt mit seiner blöden Rebecca zusammen ist. Ich will begehrt werden. Ich allein oder zumindest an erster Stelle mit meilenweitem Abstand zu allen anderen, die nicht so latent zynisch sind und deren Arsch nicht so perfekt ist und die kein so einnehmendes Lachen haben, während dem sie sich eine unheimlich intelligente kapitalismuskritische Abhandlung aus den Ärmeln schütteln. Jetzt geht es um IKEA und Vektoren und Referenzen und Nichtessen. Wenn ich damit fertig bin, kann ich mich ja wieder um sowas wie Träume kümmern.
9.10.11 01:51


s07e14.
"I need you to know that you're the man I want to want. You have no idea how badly I wish,..."
So plätschern die grauen Schultage dahin, chronisch übermüdet, zwischen Yogastunden, Mathehausaufgaben, Solidemos nach Angriffen auf Antifaschisten, Abgabeformularen und FSJ-Infoveranstaltungen. Bin schonwieder müde. Und lustlos.
5.10.11 17:50


Wenn ich nur mutig genug wäre,
könnte ich ein ganz anderes Leben haben.

Ich bin nicht zu Tybalt gefahren, erzähle ihm etwas über eine Magendarmgrippe, was nicht stimmt, und frage mich, ob das nicht viel gemeiner ist, als ihm zu sagen, warum ich ihn nicht sehen will.
Oberflächlich gedacht sind nur Konventionen mein Problem. Ich könnte Tybalt sonst allen vorstellen und müsste Bernhard gegenüber nichtmehr ausschließlich die gefühlskalte Tussi sein, die sich gerne verprügeln lässt. Hab zuviel tiefsinniges über serielle Monogamie und Neokolonialismus gelesen und zu tief geschlafen, um im Stande zu sein, etwas zu ändern. Überhaupt fühle ich mich so unbeschützt und entfremdet.
Aber bis dahin Ulla Hahn Gedichte lesen, Ekelwettbewerbe mit Luki machen und Does it offend you, yeah? hören ist schließlich erstmal auch auszuhalten.

2.10.11 15:14


In "Der Dreizehnte Monat" wird das Stottern reeler, wenn er darüber spricht oder schreibt, deswegen tut er manchmal so, als sei Henker garnicht da.
Vielleicht stimmt es und es ist sinnvoll, die Klappe zu halten und die Gedanken weit weg zu schieben, aber es macht mich nervös.
Mein Puls ging hoch und ich musste nach Luft schnappen, als Bernhard mir gesagt hat, dass er von seiner anderen Affäre erstmal Abstand nimmt, weil es zu beziehungsmäßig wurde. Ich kenne Eifersucht eigentlich nicht, aber vielleicht ist es etwas in der Art. Ms. Gildersleeve hat heute zwei Stunden lang damit verbracht, uns die verschiedenen Ausprägungen der "Hypocrisy" in "A pair of jeans" nahe zu bringen und ich habe den Kopf so voll von diesem Wort (sie spricht es aus wie Hüpokreisi, eine schreckliche Lehrerin), dass ich mich frage, ob es wohl auch heuchlerisch ist , wenn ich mal um mal frage, ob es dann für Tybalt auch wirklich okay ist, wenn ich zu Bernhard fahre und ihm danach sage, er würde besser ficken. Klar ist es körperlich geiler, seinen Schwanz in mir zu haben, aber ich streiche mir bei ihm nie die verschwitzten Haare aus dem Gesicht und fühle mich ernsthaft benutzt und deshalb befriedigt.
Aber immerhin wiege ich endlich wieder unter 65kg und mein Leben ist so schnell, dass ich nichtmal dazu komme, Olga oder Claudia einen Brief in ihre FSJ-Camps zu schicken.
Und springen, tanzen und mich drehen, nur noch grelle Farben sehen wollte ich ja schließlich immer.

26.9.11 12:47


Gott, ich bin so naiv. Ich dachte, das könnte so bleiben, endlos so weitergehen. Ich lebe in seiner Welt, er nicht in meiner.
Freitag hat er am Telefon gesagt, dass er endlich mal sehen wolle, wie ich wohne. Dass er sich ja reinschleichen könnte. Ich habe gelacht und gesagt "Ja, vielleicht mal, wenn meine Eltern beide weg sind." Und gemeint hab ich: Nie. Das geht einfach nicht.
Heute Nacht hab ich dann davon geträumt, dass wir schwimmen gehen, und plötzlich sind alle da. Alle möglichen Nachbarn, Bekannte, Verwandte, Freunde von mir. Alle glotzen und lästern und Kuni schreit empört auf.
Ich weiß, dass es unfair ist. Dass es für ihn auch nicht leicht ist, mich jedem vorzustellen - man sieht mir schließlich an, dass ich die 20 nochnicht überschritten habe, selbst, wenn man nicht nachfragt. Aber dann denke ich wieder: Er hat es doch leichter. Er hat keine empörten Eltern, mit denen er zusammen leben muss, denen er in die Augen sehen muss, die denken, dass er auf irgendwelche Versprechungen reingefallen ist, verblendet und unfähig. Unreif, vorallem. Er hat Freunde, die selbst irgendwie oft nicht ganz normal sind und deswegen viel toleranter. Die auch schon gewohnt sind, dass seine Freundinnen oder Affären oft nicht ganz in seiner Altersklasse sind.
Und ich habe welche, die sich empören, dass der 19-jährige Soundso, der letztes Jahr Abi gemacht hat, mit einer 15-jährigen Zehntklässlerin zusammen ist. Und dass einer von Noras Exfreunden ein Baby hat. Ich habe welche, die wahrscheinlich garkeine richtigen Freunde sind. Denen ich soviel nicht erzählen will. Die ich nicht vermissen werde, wenn ich in nichtmal einem Jahr mit der Schule fertig bin und weggehe. Mit denen ich nur deshalb befreundet bin, weil sich nichts besseres findet und sie schon ganz okay sind. Oder?
Ich hab Lena mein Profil im Joyclub gezeigt, ihr gesagt, dass ich auf SM stehe, und was wir zwei so machen. Tybalts Alter konnte ich ihr nicht sagen - wieso nicht? Und weiß Claudi es? Blendet sie es aus oder ist es für sie nicht weiter schlimm?
Er hat gesagt, ich würde ihn geheimhalten. Ich hab behauptet, dass das doch nicht stimmen würde, aber es stimmt sehrwohl. Hab ich total übertriebene Ängste? Würden alle es irgendwie akzeptieren, das Thema einfach umgehen? Ich kann es mir fast nicht vorstellen, so sind sie nicht. Es ist doch nur noch ein Jahr, sie haben fast alle austauschbare Rollen. Warum will er, dass ich es mir zur Hölle mache? Dass meine Mutter mich immer mit sorgenvollen, zeitweise verheulten Augen ansieht? Wir uns fremd werden? Ich gemieden werde, merke, wie Leute, die das garnichts angeht, über mich lästern?
Ist das die Definition von Liebe? Dass man das in Kauf nimmt, wenn man es auch einfach sein lassen könnte? Ich fühle mich scheiße, feige und irgendwie gemein.

28.8.11 12:22


Ob das die 5 Praktikumsabsagen waren, die mich so fertig gemacht haben? Sechs Wochen Ferien. Eine davon bei Tybalt und fünf im Bett, solche beschissenen Aussichten für die Sommerferien hatte ich, glaub ich, noch nie. Oder es war das 2,16er-Zeugnis. Ich muss was tun, um auf 1,9 zu kommen, und ob ich das will?
Meine Mutter hat schon wieder vergessen, dass mein Vater nur deshalb umgefallen ist und sich irgendwelche Knochen gebrochen hat, weil er sturzbetrunken war. Sie hat auch vergessen, dass er im Entzug eine Schwester so getreten hat, dass sie monatelang nicht arbeiten kann, dass er fixiert werden musste, nichtmehr wusste wo er war und wer wir waren und nicht alleine essen konnte.
Würde ich meine Mutter nicht kennen, ich könnte fast denken, es sei sowas wie Liebe, dass sie darüber hinwegsehen lässt.
Aber ich kenne sie, und deshalb weiß ich, dass es nichts anderes ist als Feigheit. Lieber badet sie in Selbstmitleid und beklagt sich dann später auf ihrem Sterbebett, dass ihr Mann sie davon abgehalten hat zu leben, als irgendwas zu ändern. Ich hätte mir gewunschen, dass er nichtmehr nach Hause kommt, ich hätte auch billigend in Kauf genommen, dass er stirbt. Ich dachte, wenn er nichtmehr kommt, dann ist es auch für sie gut. Aber er kommt schon in ein paar Tagen wieder, und dann werde eben ich gehen müssen und nichtmehr kommen können. Auch zu ihr nicht. Dass sie so verachtenswert schwach ist und ich am Besten auch zu ihr keinen Kontakt mehr haben sollte, wenn ich einmal weg bin, werde ich wieder vergessen. Die Wut auf ihre Schwäche, ihren Egoismus, ihr Selbstbelügen nicht.
Stockholm und Taizé habe ich irgendwie verschlafen und jetzt bin ich nicht wacher, dafür knapp davor, in eine miese Depression zu rutschen.
Ich bin sauer auf Sonja weil sie mich nicht mit nach London nimmt und nur dumm lacht anstatt sich für Fehler aller Art zu entschuldigen, auf Paddy, weil er nicht dazu fähig ist, Stellung zu beziehen oder Acht zu nehmen, auf Lena, weil sie zu anhänglich ist, auf Felix, weil er Lola überall einschleußt und ich sie immer weniger leiden kann, auf meine Mutter, weil sie ständig Kontakt sucht, dann aber nicht bereit ist, wirklich Zeit mit mir zu verbringen und auf Tybalt, weil er ständig irgendwelche Probleme und Komplikationen sieht und ohne Grund.

28.7.11 19:11


Ach, so war das, sich echt übel zu fühlen.
Wegen der 9Punkte in Deutsch vielleicht oder weil Hannah mich so extrem streßt, aber wahrscheinlich hätte ich einfach nichts von ihm lesen dürfen.
Auch egal: in 10 Minuten werden meine Gedanken schon wieder bei Hitzebauchschmerzen und Referaten und schwimmen gehen sein. Puh.

28.6.11 13:37


Auf meinem Bildschirm räkeln sich noch die nackten Körper, während ich mich schon frage, ob ich jemals wirklich hübsch sein werde. Und mir überlege, ob es wirklich reicht, alle 2 Tage 2 Stunden zu schwimmen.
Irgendwie werden mir massenweise Sicherheiten unter den Füßen weggerissen - Sonja und ich finden irgendwie keinen Draht mehr zueinander, das Eleu löst sich mit diesem Abijahrgang so ziemlich auf, Mama entzieht mir von einem Tag auf den anderen jegliche mütterliche Zuneigung und Unterstützung - und es will einfach nichts neues entstehen. Die Kräuterhexen sind verstockte Feministinnen, in der Kirche tut sich nichts, der Spanischkurs ist abgesagt und damit vielleicht gleich ganz Südamerika. Es ist gut, zu wissen, dass ich Tybalt habe. Und hoffentlich, hoffentlich bleibt das so.

26.6.11 18:07


Youtube empfiehlt mir Coldmirror im Wortspiel, Das Klagen der Kühe, "Autonom" von Conexion Musical und einen DMX-Report über Motorradraser. Über was? o.O

Dass ich Abends Cyrano de Bergerac vorgelesen haben will, deutet Tybalt als abflauende Leidenschaft. Quatsch, sage ich und denke, achja, Leidenschaft, damit meint er wohl irgendwas sexuelles. Ich liebe ihn immer mehr, fühle mich immer aufgehobener und wir haben auch nicht weniger Sex oder ich währenddessen weniger Orgasmen. Ich fühle mich bloß nach wie vor nicht gefickt. Das letzte Mal, als ich bei ihm kam, habe ich mich und beinahe auch ihn gefragt, warum zum Teufel ich dabei kein Blut in meinem Mund schmecke. Ich will verprügelt werden.
Seit ich die Absagen zu Kiev und der YoungLeadersAkademie bekommen habe, bin ich ständig von jedem genervt. Warum kann meine Mutter die Muffins auch nicht in der scheiß Form lassen? Warum ist mein Geschichtebuch schonwieder nicht da, wo es sein sollte? Und warum zum Teufel fühle ich mich nach einer Stunde schwimmen nicht leichter?
Ich bin zu aufgedreht um den ganzen Tag in zu lange nicht gewechselten Laken Hartz-IV-Fernsehen zu sehen und zu ängstlich, die DXM, die hier liegen, einzuschmeißen und in die KTS oder so zu fahren. Also unzufriede ich vor mich hin, einviertellethargisch.
Mein 20.Lebensjahr fängt an mit dem Gefühl, komisch geträumt zu haben (oder garnicht richtig aufgewacht zu sein) und mit dem, nochnie so einen riesen Bauch vor mich hingeschoben zu haben (was objektiv nicht stimmt).
Erkenntnisse: In Zeiten von Facebook macht sich keiner mehr die Mühe zum Gratulieren anzurufen. Tobis Geschichten von Interesse hatte ich geiler in Erinnerung als sie sind.  Mit meinen Fehlstunden mache ich den Protagonistinnen aus "We are Family" Konkurrenz. Mein Dildo ist heute genau ein Jahr alt.

4.6.11 17:52


Wuha!
CS mit Martin und letzten Samstag noch um 16 Uhr in einen Eimer gekotzt. MUNBW war viel besser als erwartet, eine Woche voller positivem Streß und kaum zu Hause Facebooknachrichten, warum ausgerechnet ein so außergewöhnlicher Mensch wie ich so einen Allerweltsnamen haben müsse, und die Bestätigungsmail: Einladung zum Jugendpresseverband BW, an einer Zeitschrift mitschreiben.
In drei Wochen, wenn alles klappt, nach Koblenz zum YLA, dann zu ihm (ich habe um 2 Uhr nachts den Hörer geküsst, so glücklich bin ich) und danach nach Kiev. Und dann nach Stockholm, nach Taizé, und wenn ich nur genug arbeite, vielleicht kann ich dann ja vier Wochen lang nach Südamerika.
Ich fühle mich so schrecklich am Leben.

<3

14.5.11 19:26


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.