No matter which way you go
Ob das die 5 Praktikumsabsagen waren, die mich so fertig gemacht haben? Sechs Wochen Ferien. Eine davon bei Tybalt und fünf im Bett, solche beschissenen Aussichten für die Sommerferien hatte ich, glaub ich, noch nie. Oder es war das 2,16er-Zeugnis. Ich muss was tun, um auf 1,9 zu kommen, und ob ich das will?
Meine Mutter hat schon wieder vergessen, dass mein Vater nur deshalb umgefallen ist und sich irgendwelche Knochen gebrochen hat, weil er sturzbetrunken war. Sie hat auch vergessen, dass er im Entzug eine Schwester so getreten hat, dass sie monatelang nicht arbeiten kann, dass er fixiert werden musste, nichtmehr wusste wo er war und wer wir waren und nicht alleine essen konnte.
Würde ich meine Mutter nicht kennen, ich könnte fast denken, es sei sowas wie Liebe, dass sie darüber hinwegsehen lässt.
Aber ich kenne sie, und deshalb weiß ich, dass es nichts anderes ist als Feigheit. Lieber badet sie in Selbstmitleid und beklagt sich dann später auf ihrem Sterbebett, dass ihr Mann sie davon abgehalten hat zu leben, als irgendwas zu ändern. Ich hätte mir gewunschen, dass er nichtmehr nach Hause kommt, ich hätte auch billigend in Kauf genommen, dass er stirbt. Ich dachte, wenn er nichtmehr kommt, dann ist es auch für sie gut. Aber er kommt schon in ein paar Tagen wieder, und dann werde eben ich gehen müssen und nichtmehr kommen können. Auch zu ihr nicht. Dass sie so verachtenswert schwach ist und ich am Besten auch zu ihr keinen Kontakt mehr haben sollte, wenn ich einmal weg bin, werde ich wieder vergessen. Die Wut auf ihre Schwäche, ihren Egoismus, ihr Selbstbelügen nicht.
Stockholm und Taizé habe ich irgendwie verschlafen und jetzt bin ich nicht wacher, dafür knapp davor, in eine miese Depression zu rutschen.
Ich bin sauer auf Sonja weil sie mich nicht mit nach London nimmt und nur dumm lacht anstatt sich für Fehler aller Art zu entschuldigen, auf Paddy, weil er nicht dazu fähig ist, Stellung zu beziehen oder Acht zu nehmen, auf Lena, weil sie zu anhänglich ist, auf Felix, weil er Lola überall einschleußt und ich sie immer weniger leiden kann, auf meine Mutter, weil sie ständig Kontakt sucht, dann aber nicht bereit ist, wirklich Zeit mit mir zu verbringen und auf Tybalt, weil er ständig irgendwelche Probleme und Komplikationen sieht und ohne Grund.

28.7.11 19:11
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.