No matter which way you go
Heute Morgen wollte ich mich schneiden und nicht weiteratmen, weil das Wetter so grau ist wie meine Gedanken - oder andersrum. Ich bin wieder angespannt und gereizt, jedes falsche Wort löst in mir heiß regnende Asche aus. Aber jetzt sah ich auf fast allen Fotos schlank aus und drei gutaussehende Freunde von Lenas Bruder wollten mit mir - nur mir - Trinkspiele spielen und haben meine Beine und meinen Arsch angeglotzt, und plötzlich wurde mir auch klar, warum es mich getroffen hat, dass Bernhard jetzt mit seiner blöden Rebecca zusammen ist. Ich will begehrt werden. Ich allein oder zumindest an erster Stelle mit meilenweitem Abstand zu allen anderen, die nicht so latent zynisch sind und deren Arsch nicht so perfekt ist und die kein so einnehmendes Lachen haben, während dem sie sich eine unheimlich intelligente kapitalismuskritische Abhandlung aus den Ärmeln schütteln. Jetzt geht es um IKEA und Vektoren und Referenzen und Nichtessen. Wenn ich damit fertig bin, kann ich mich ja wieder um sowas wie Träume kümmern.
9.10.11 01:51
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.