No matter which way you go

Als ich heute morgen noch vor sieben Uhr komplett übermüdet und von der Dunkelheit erschlagen im Zug saß und Samsas Traum gehört hab (und dann, ohgott, was für ein Klischee, auch noch Tanathan und Athanasia) fiel mir auf, dass ich mir einrede, in so einer Sehnsucht nur von Tobi verstanden zu werden. Und ich musste, die vollbepissten Stufen runtertrabend, unwillkürlich lächelnd daran denken, wie er mir einmal voll Bewunderung schrieb, wie verrückt es sei, dass eine 14-jährige Janus verstehe. Und dann wurde mein Herz schwer von dem Gedanken, dass ich mir etwas vormache in dem ich mir einrede, es bedeute etwas, was er mir geschrieben hat, vor fast 3 Wochen.
Mit klebrigen Fingern (Pornos scheinen mich jawohl definitiv sentimal zu machen) denke ich dann, dass es Irrsinn ist, mit ihm zu ficken, wo doch wahrscheinlich unser beiden Sexualität (seine aber ganz definitiv) nur Spiegel von irgendwelcher unaufgearbeiteter Krüppelkindheitsscheiße ist. Und dann fällt mir ein wie unglaublich beruhigend es ist, an eiskalten Wintertagen in Frau Knoedgens Unterricht zu sitzen, ihren freudschen Eskapaden zu lauschen und sich vorzustellen, man hätte irgendwann mal so eine wunderbar kühle, distanzierte, strenge und dennoch unglaublich einfühlsame Analytikerin ganz für sich allein.

Ich habe mir überlegt:
- Ich will keinen Kontakt zu Tobi.
- Ich will ihn nicht besuchen, wenn wir Kontakt haben.
- Wenn ich ihn besuche und es mir schlecht geht, war ich eh nochnicht annährend geheilt, es ist dann nicht das Schlechteste, wenn ich weiß, dass ich noch eine Therapie brauche.
- Ich werde ihn nicht besuchen, bevor ich nicht eine Entscheidung getroffen habe, was Tybalt betrifft.

Ob das wohl heißt, dass sie schon getroffen ist?
Dagegen spricht, dass ich Max unter irgendeinem Vorwand absagen werde, weil ich es nicht übers Herz bringe, Tybalt nichts davon zu erzählen. Dagegen spricht, dass ich ein Zuhause brauche. Und vorallem dagegen spricht dass ich in Betracht ziehe, dass ich nicht nur irgendein Zuhause brauche, sondern ihn.

Ich schreibe jetzt für das Land Baden-Württemberg. Ist doch schick. Oder ekelhaft kapitalismusdemokratisch-verfassungskonform. Vielleicht werde ich schon spießig?

29.10.11 20:18
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen





Gratis bloggen bei
myblog.de


DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.