No matter which way you go

5 Männer, oder vielmehr 5 Schwänze mit Körper dran aber ohne Mensch bearbeiten eine eingeölte, tittenoperierte Nichtmenschin auf die sicher frauenverachtenste Weise, die vorstellbar ist. ("Psychologie heute" hat das Wort sexistisch falsch benutzt und ich bemerke keine generelle Abwertung meinerseits. Tschüss, Borderlinediagnose.) Sie lachen dabei, aber es ist ein zutiefst böses und fast schon metallenes Lachen. Die Szene könnte aus Brave New World sein. Und ich finde das geil.

Und will gern heulen, weswegen ich mir eine geballte Ladung Casper gebe. Aber nicht heulen, weil ich mich ausgegrenzt fühle, denn das ist Loserheulen. Ich will Weltschmerz statt persönlicher Pseudotragödie und Sinnleere statt Überforderungsdepression, das ist viel edler. Klappt nicht. Vielleicht darf ich mir mal wieder etwas Sekt gönnen, den ich hasse. Und ohne dass Tobi am anderen Bildschirmende sitzt und sein Herz im Himmel hängt bin ich dann auch wirklich allein. Paradoxon: Ich bekomme immer dann gute Noten, wenn ich schlechte mit meiner Situation rechtfertigen könnte.
Was sage ich nächste Woche Herrn Teichert? Ich fühle mich
ungreifbar. Ich fühle mich: ungreifbar. Ich bin fertig mit der Welt, kann nicht schlafen und schlafe nur noch, ich schwitze und ich friere und ich fühle mich einsam und will allein gelassen werden, verlassen vielleicht sogar, im mich dann darin suhlen zu können und dann will ich das doch wieder nicht. Ich bin komplett funktionsfähig und nichts klappt und ich übertreibe maßlos, wenn ich sage, es geht mir schlecht, und es ist eine Bagatellisierung. Ich finde mich zum kotzen und bin gefühlsüberladen, narzisstisch, und habe keinen Zugriff auf meine eigenen Emotionen. Ich freue mich auf Nachdemabi, ich habe Angst vor der Zukunft und will mich umbringen und platze vor (zu früher) Freude darauf, dass ich vielleicht wegdarf. Ich will so unbedingt ausziehen wie nie zuvor und zurück in den Uterus meiner Mutter. Ich vermisse Tybalt und Tobi auch und ich bin so froh, dass ich eine neue Chance bekomme. Eine neue Lebenschance, eine ohne-dich-Chance. Gleich zweimal. Niemalsnichtendgültig, und vielleicht endlich für immer. Alles schmerzt und nichts tut weh und mir ist schwindlig vom ereignislosen Alltagstrott.

30.11.11 21:51
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.