No matter which way you go
Ich trinke alleine Sekt. Warum schreibe ich nur, wenn ich betrunken bin?
Mein Sommer muss gut gewesen sein. Mein Sommer in Nepal, in Barracken ohne Türen und Fenster Englisch unterrichtet und dabei geschwitzt im Monsun.
Mein Sommer war schwierig. Ich hatte schliesslich Todesangst und Abi und Heimweh und dann habe ich eine einschlafende Beziehung, an der ich so hänge, weil ich ihn liebe und weil ich jemanden brauche. Sie schläft trotzdem ein und bei unserem Sex denke ich wieder an Michelle aus dem Kinderhaus, deren Mutter ihr gesagt hat, sie soll die anderen Kinder verhauen.
Ich kann nicht mit Kindern. Und jetzt? Tschüss Grundschullehramt. Bitte nicht Tschüss Gymnasiallehramt. Ich muss vielleicht einfach mal wieder melancholisch sein. Im Moment sind meine Butzeltage nur Hartz-IV-Fernsehen-Tage. Das ist nicht richtig gut, nicht richtig melancholisch.
Auf dem FSJ-Seminar hab ich mir nicht nur die Hose vollgepisst betrunken und hab Paul wahrscheinlich zu sehr beträngt (aber warum will der auch keinen Sex, wenn er mich so interessant findet, dass er ständig mit mir über Politik diskutiert? Witzbold), ich habe auch Tobi angerufen. Also irgendeinen Missstand gibt es hier wohl. Mein Zimmer hat 11m² und Sonja und ich reden darüber, wie ich Wissen in meinen Kopf habe sickern lassen in der Elften. Ich vermisse die Schule und fühle mich heimatlos. So richtig. Ich wohne nicht hier und nicht bei meinen Eltern, aber das ist es nicht. Ich weiss nicht "wo mein Herz ist", und ein halbes Glas Sekt ist genug, um so kitschig zu sein. Ich höre Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, und wahrscheinlich ist das Ausrede genug wieder Käsepizzas zu essen.
Ich höre auf, mit dem, was ich gerade mache, habe wieder Angst vor diesem Gespräch, immer diese Abbrechgespräche, ja, du hast schon recht, Bernhard, ich breche immer alles ab, aber weisst du, so langfristig, das ist nichts für mich. Langfristigkeit ist nicht für mich gemacht. Ich weiss, ich weiss. Ich hoffe auch, dass das nicht für dich gilt. Ich sollte mehr schreiben und mehr leben. Aber mein Fernseher, der böse Wicht, der hält mich davon ab, obwohl das Leben und die Leute darin auf meiner Seite stehen. Ach nee jetzt. Ich hab keine Lust. Das ist es. Das ist alles, was eine Depression ausmacht, also vielleicht oder auch nicht. Ich will von jemand anderem gefickt werden als dir und das war schon immer der Anfang vom Ende bei mir. Und draußen ist es dunkel geworden ohne dass ich es gemerkt habe. Sogar meine Fische haben sich versteckt vor mir.
Zeit, Sekt nachzuschütten.

9.10.12 19:32
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.