No matter which way you go

Was mich wirklich stört, ist, dass du richtig lahme Zeichnungen so sehr magst, meine extra für dich gezeichnete nackte Frau aber garnicht gut gefunden hast. Du wolltest das Bild nicht mal haben. Und du likest dumme Schnörkel auf Facebook, wer weiß, vielleicht hast du auch diese Kinderblume wieder in deinem Zimmer aufgehangen.
Ich vermisse dich. In jede Atemzug. Ich vermisse dich, wenn morgens mein Wecker klingelt, und ich daran denke, dass ich, als ich ihn das letzte Mal gehört habe, bei dir war. Daran, dass du sogar wusstest, wer uns da weckt (Amanda Palmer) und daran, dass jedes grausige Weckerklingeln schön war, mit dir neben mir.
Ich vermisse dich, wenn mein Haargummi um meine Hand mir wehtut, weil ich weiß, wie du versucht hast, ihn mir zu dehnen und mahnend und besserwisserisch von abgeschnürrtem Blut gesprochen hast. Die Straßenbahn schreit Bernhard und am Bahnhof sehen alle blonden Haarbüschel aus wie deiner, alle Ablenkungsmöglichkeiten auf meinem Handy sehen nach dir aus und meine Wolldecke musste ich wegpacken, weil du mal so getan hast, als hättest du Angst vor ihr und mich das zu sehr an dich erinnert hat. Mich erinnert mein Peeling an dich und alle meine Taschen, Bücher und Unterhosen.
Es zerreist mein Herz. Ich bin so schrecklich einsam und weiß nicht, was ich tun soll, und dann denke ich wieder: Ja, du hattest Recht. Wir passen nicht zusammen. Jetzt kann ich soviele Dinge tun. Mich so wild und irrational verlieben, wie ich Angst hatte, das nie tun zu können. Doch noch in den Hausbesetzer oder zumindest in jemanden, der ein Träumerfach studiert. Ich kann ins Ausland gehen, ohne denken zu müssen, dass das alles kaputt macht. (Sagmal, hat Nepal bei uns alles kaputt gemacht? Als ich wieder kam, fing der Streit an.) Ich kann mal eine Schwiegermama haben, die richtig cool ist, wie ich mir das gedacht habe, als ich dieses blöde Frauenbuch gelesen hab. (Im Sommer, am Bagersee, mit dir. Nur am Streiten und glücklich.)
Nur leider weiß ich nicht, ob ich das will.
Ich habe einen Termin für Dauerwellen und einen dafür, mir mein Piercing nachstechen zu lassen. Vielleicht bald auch einen für ein Tattoo. Und das "So gewinnen Sie ihren Ex zurück-Paket" bestellt hab ich auch.
Ich bin total mutig und optimistisch, du bist total ersetzbar.
Ich bin total feige und weiß nicht, was ich ohne dich tun soll. Ich wollte dich heiraten verdammt.

Ich weiß nicht, was los ist. Vielleicht hast du genau im falschen Moment Schluss gemacht. Vielleicht genau im richtigen. Vielleicht richtig, vielleicht falsch. Vielleicht Liebe, vielleicht Projektion.
Ich wäre jetzt gerne bei dir.

25.10.12 19:46
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.