No matter which way you go

Draußen wird es dunkel, kaum habe ich mich aufgerafft, um zu duschen, zu frühstücken und eine Folge How I Met Your Mother zu sehen.
Ich trinke in der Dunkelheit, die sich anfühlt, als würde sie schon tagelang vor meinem Fenster hängen, lauwarmen Tee. Und versuche, mich zu entschleunigen.
Seit 14 Tagen mache ich nicht. Nicht nichts aber auch nicht wirklich was. Die meiste Zeit bin ich zu Hause. Ich esse zuviel oder vergesse zu essen und die Zeit geht zu schnell oder zu langsam vorbei.
Ich fühle mich einsam, besonders nachts. Manchmal, wenn ich frühmorgens aufwache, lange, bevor die Sonne aufgeht, aber irgendwie ist es immer lange, bis sie wieder aufgeht, dann erwürgt mich dieses Gefühl fast. Mein Herz sticht und das Atmen fällt schwer und ich heule ein bisschen. Ich muss den Fernseher anmachen, jemanden reden hören, damit ich nicht durchdrehe und auf das Dach steige oder die Lampe zerschlage oder brülle oder sonst irgendwas verrücktes mache.

Ich bin so konstant nervös. So konstant in Eile. Ich tippe schnell, lese schnell, laufe schnell, atme schnell. Ich muss drei Dinge auf einmal tun, ich kann mich auf nichts konzentrieren. Nichtmal konzentriert fernsehen kann ich. Ich checke ständig alle möglichen Posteingänge und Internetseiten. Ich lese beim Essen, nicht aus Interesse, sondern weil es mir vorkommt, als sei essen alleine zu wenig. Ich spiele beim baden Gameboy. Wenn ich schreibe, höre ich Musik. Eins ist zu wenig. Ich mache lieber alles nicht richtig. 
Ich habe nichts zu tun, und wahrscheinlich muss ich das ausgleichen. Ich bin nervös, nervös, nervös. So nervös, dass ich Durchfall bekomme. So nervös, dass ich kaum einschlafen kann.

Meine Arme tun weh, weil ich gestern zu Ömer gefahren bin. Und das war seltsam. Und gut. Ekelhaft, wie er mich mit seinem "Hihi, Schweinewelt" an Daniel erinnert hat, aber wahrscheinlich gut so, weil es sonst zu toll gewesen wäre. Meine Arme tun mir weh und sind total blau, aber wahrscheinlich finde ich das nur deshalb nicht schön, weil ich es nicht gewohnt bin. Ein bisschen zu viel Verzweiflung war wohl dabei, aber ich hatte fast vergessen, dass es auch Menschen gibt, die gut küssen können. Nicht nur wegen Dicke-Kalte-Waschlappen-Zunge Réné, sondern auch ein wenig wegen Bernhard. Glaube ich zumindest. Gott, ich hatte mit diesem Typen über ein Jahr fast täglich Sex und erinnere mich jetzt schon nur noch an so wenig. Ich weiß nicht, ob das normal ist. 
Ich hätte gern eine begeisterte Mail, an die ich mich klammern könnte.  Ohne hab ich das Gefühl, ich hätte das gestern Abend nur geträumt. Die Details sind schon wieder so verwischt, verschwommen. Das ist wirklich schade. Mir hängt ein "Meine Güte, würde ich dich jetzt gerne ficken" nach und das Gefühl von aufgehoben sein, als er mir ein Kissen unter den Kopf gelegt hat. Ich komme mir kindisch vor, weil ich es nicht erwarten kann, ihn wiederzusehen.

Ich muss meinen Tee runterkippen und mit meiner Mutter in eine verrauchte Bude gehen, wo sie etwas für meinen Vater spielen. Jetzt, wo es drauf ankommt, bin ich zu langsam. Im Schneckentempo.

14.12.12 20:20
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.