No matter which way you go
In solchen Momenten komm ich mir so unlebendig vor. Ich will so sehr zurück und so sehr nach vorne.
Das Leben ist bitter wie meine Antibiotika und schimmelig wie der warme Holzboden, an den ich mich erinnere. Auf dem ich mit Tybalt stehe, kein Blut mehr in den Händen, noch keine Angst und keine Verzweiflung im Herzen, kein Winter. Warmer Sommer, warmes Alles-noch-vor-mir, warme Pläne, von denen ich noch nicht wusste, dass sie sich nicht erfüllen würden. Ich will zurück zu irgendwas, was mehr ist, und höre Tina Dico. Ich habe mir seine jüngere Tochter auf Facebook angesehen, sie ist hübsch und so verdammt groß. Und habe Tobi Weihnachtsgrüße übermittelt.
Ich will mehr. Mehr Leben. Irgendwas mehr, dabei ist es ziemlich egal was. Ich könnte aufhören zu essen und anfangen zu trinken, ich könnte zwischen leeren Bierflaschen torkeln und heulen und mir einen glitschigen Schwanz abwechselnd in alle Körperöffnungen stecken lassen. Das klingt alles grauer, als es ist. Ich weiss nur, dass es Sommer sein muss und ich barfuß. Ich will improvisierte WG-Küchen anmalen und wie ein Kind durch Brombeerfelder rennen und mit verschrammten Beinen irgendwo ankommen, wo zu Hause ist und wo die Wärme bleibt, wenn die Sonne untergeht. Gott, ich will mich so sehr wieder so furchtlos und lebendig fühlen, wie ich es schon tat.

29.12.12 14:59
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.