No matter which way you go

Die Zeit, seit ich wieder zu Hause bin ist völlig seltsam.
Sie ist etwas total anderes und stehengeblieben.
Als wäre Guatemala ein Traum gewesen ist die Kälte und die Trostlosigkeit der Felder Richtung Aussichtsturm die gleiche. Die Themen sind die gleichen: Bernhard verloren, Papa verloren. Allein sein. Gehen wollen. Mutig sein, verängstigt sein. Nur klar denken können in den wirren Gedankengängen von einer Flasche Sekt und mehr, grade auch. Ironisch, wie die Männer, die sich zu Ehren meines Vaters, eines Alkoholikers, auf seiner Beerdigung betrunken haben.
Ich mäckele und schlafe. Schlafe an dem Grau Deutschlands herum und mäckele an meiner Figur. Sehe mir hübsche, schlanke Frauen an, wünsche mir und träume von Eskalation und stehe mir selbst im Weg mit Schüchternheit, dem geborgen sein in fluffigen Butterkuchen und an mir vorbeiziehendem Fernsehen in grau, grau, dunkelgrau. Verdammt.
Ich spüre schon fast wieder so etwas wie die dumpfe, unterdrückte, stumme Wut. Und weiss nicht, ob es einfach nur das Loch ist, nach 10 Wochen voller Eindrücke nichts zu tun zu haben (und draußen hat es keine 10 Grad), oder ob es zurück ist, alles. Ob ich zuhause einfach depressiv bin, sagen wir doch, wie es ist, ob nicht nur Martin, der ein Tobiersatz ist und schlafen, was ein Ritzersatz ist, mich dazu machen sondern hier zu sein. Ob ich auch weg muss von grauen, asphaltierten Wegen zwischen Reben und Johnny Depp, der als Erinnerung an mich mit 14 an der Türe hängt und vorallem auch von meiner Mutter, um alles hinter mir zu lassen. Und wo ich dann hingehe und ob es wirklich anders werden kann und besser wird und ob das wohl geht? Und ob ich das will?
Und ob das sein muss, so radikal, so schlimm, so auswegslos?

Und: ob ich das will? Wollen wollen.

Lebensmittelpunkt Fehlanzeige. Ich mache Ömer in Ermangelung eines gerechtfertigteren dazu und bin in höchstem Maße eifersüchtig auf seine Freundin. Oder auf die glückliche Beziehung (hach, sich geborgen fühlen, das wär was). Oder beides.

Ich will ehrlich ver- und geliebt sein und mich finden, gerne in Indien, und meinen Hass vergessen, den Groll und die Wut wegbaden, und frei sein und mich glücklich fühlen.
Das wird überschattet von allzuweltlichen Kompensationen wie: Mein Bauch ist zu dick. Ich bin zu schüchtern. Zu ungefickt. Ich kann nicht gut genug singen. Ich bin zu unsportlich, zu unzynisch und noch lange nicht wissend genug. Es sind zu viele Dinge, die ich theoretisch erledigen müsste.
Ich flüchte mich in meine Angst vor der Welt und bin...

weg.

7.4.13 01:31
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.