No matter which way you go

Kurz vor 3 Uhr morgens und ich bin zurück. In der Scheiße.
Sitze vor dem Gästeklo, ein Glas Salzwasser intus, ich kann nicht heulen, ich habe seit Monaten nicht richtig geheult, trockene Schluchzer, die denn Schwall aufhören, wie Verstopfung fühlt sich das an, Heulverstopfung.
Kotzen kann ich auch nicht. Vielleicht ein Zehntel dessen, was ich zuviel gegessen habe. Wenn überhaupt. Die erste bewusste Selbstverletzung seit, mh, 5 Jahren? Das ist die Zahl, die ich normalerweise nenne. Nicht, weil es sich gut anhört, sondern weil es sich auch so anfühlt und ich es glaube. 5 Jahre. Fünf. Jahre. Das ist gut. Und dann beiße ich mir in den Arm, weil ich mich hässlich finde.

Das muss keiner wissen. Aber ich weiss es. Und frage mich, ob überhaupt nichts passiert ist. Vielleicht entwickelt man sich ja garnichtmehr weiter. Bleibt man der Mensch, der man ist, wenn man 15 ist. Oder 12. Oder 8. Vielleicht bleibt man sogar der, der man ist, wenn man geboren wird.
Als wäre garnichts passiert. Ich hatte eine gesunde Beziehung. Mein Vater ist gestorben und ich habe statt Lebensschwindel etwas daraus gezogen, das man Versöhnung nennen könnte. Ich habe ein Abi. Ich war 10 Wochen ganz allein und habe Gott zu mir kommen lassen. Ich habe Abstand genommen von alternativen Beziehungsformen zu alten Männern. Und gemerkt, dass es in Ordnung ist, wenn ich mich wieder annähere, weil ich das so möchte.

Ich habe es geahnt, als das anfing. Als Nico gesagt hat, dass er mich zu dick findet. Nico, der mich in Strumpfhosen packt und viel zu wenig lacht beim SM. Nico, der meint, mich bestrafen zu MÜSSEN und Nico mit dem hübschen Lächeln zwischen Bart und den längsten Männerhaaren, die ich je gesehen habe.
Essstörungen, das hat Psychologie Heute gesagt, gehen nie weg. Weil man nie komplett auf das Suchtmittel verzichten kann. Ich hab das gewusst.
Aber schlechter fühlt es sich nicht an, jeden Tag auf die Waage zu stehen und gezwungen sein, als nie drauf zu stehen und sich nicht anzusehen. Kam ja nicht wieder. War ja nie weg.

Zu müde, um zu schreiben. Soll ich noch was kiffen? Egal, egal, egal, egal. Ich will egal. Ich brauche egal. Ich brauche die Intensivierung meines Lebens. Ist es falsch, wenn ich mein Leben auffressen und auskotzen will? Das ist, was ich will. Ich will fliegen.
Ich will lachen und heulen, ich will geschlagen werden und geliebt, gefickt und mit leuchtenden Augen in den Nachthimmel sehen mit jemandem, ich will weiterkommen und weggehen und mich nie mehr von der Stelle rühren. Ich will ein Kratzen im Hals, von zu laut singen, von einem Schwanz und meiner Kotze, ich will schreien und rennen bis ich tot umfalle und ewig weiterlebe. Ich will, dass das jetzt hier ist und unendlich bleibt und dass wir beide eins sind, wir alle. Ich will kein Glück, ich will Leben und die tiefste Misere und die höchsten Berge mit dem Herzen voller Seitenstechen hochlaufen, mit jemandem, der hinter mir die Peitsche schwingt, wenn ich versuche, eine Pause zu machen und ich will es ganz alleine schaffen. Ich will mein Leben verschlafen in einem dunklen, kühlen Raum und alleine bleiben mit meinen Träumen und ich will, dass ihr alle hier seid und mich so liebt, wie ihr es tut, alle auf einmal und dass es nie wieder aufhört. Ich will, dass sich nichts mehr falsch anfühlt, was mir Spaß macht und mich bereichert, ich will, dass nichts mehr wehtut und alles auf meiner Haut brennt.

Das hier ist kein Rückschritt. Das ist MEHR.

23.6.13 03:21
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.