No matter which way you go
Vorgestern wollte ich weg. Ein großer Klumpen Peas im Joghurt und einer im Hals. Ich dachte an Dinge wie „Ablehnung“ (schonwieder kein Politikstudienplatz) und „Ablenkung“ (Hey, irgendjemand spielt Fußball.) Gestern wollte ich Alice sehen. Zuwenig Psilocybin und zu viel Menschen. Ich mag sie nichtmehr. Lena geht mir auf den Sack. Meine Mutter geht mir auf den Sack. Sonja geht mir auf den Sack. Heute, wieder zugedröhnt, nur Sekt, aber welchen Unterschied macht es, einfach weg, konnte ich nichtmal genießen, Sophia wiederzusehen. Ich hasse alle um mich herum. Sie gehen mir auf den Sack, nichts, was sie tun, ist richtig. Seit 5 Monaten habe ich bei nichts, was ich tue, das Gefühl, hier zu sein, angekommen zu sein. 1. April. Hallo, Deutschland. 1.Mai bald geht’s weiter.1.April Ich sollte mal anfangen 1.Mai Bald arbeiten. Arbeiten. Aufhören wollen. 1.Juni Arbeiten wollen nichts wollen aufhören. 1.Juli schon?wirklichschon. sommer ist das nicht- tage kürzer statt länger. Hallo. Nico. Ich hab deinen namen schon fast vergessen, aber bitte, gottverdammt, mach was, um mich zu retten- 1. August jetzt jetzt jetzt Suche ich mir Tobiklone? Oder bin ich so verzweifelt, dass ich ihn jedem etwas von Tobi sehe? Ich kann nichtmehr einschätzen, was Zuneigung ist und was Verzweiflung. Mir war nicht klar, wie wenig ich mich von dem Gedanken der Unvollständigkeit und Bedürftigkeit emanzipiert habe- wie viel mir allein sein ausmacht. Ich habe mit Merlin telefoniert, diesem alten Wahnsinnigen, dessen DS-Welt höchstens Faszination sein kann, nie Wahrheit. Ich habe mich auf Nico eingelassen und ihn bewundert für seine Survivalgeschichten und dafür, wie gut er mit Kindern umgehen kann- dachte mittags um 5, hier ist was, hier, zwischen ihm und mir, als wir den Pfad im Wald verloren haben und auf Tannenzapfen den Abhang runtergerutscht sind. Habe ihn gehasst und an ihm gezweifelt, als er nachts nicht auf meine Tränen reagiert hat. Als ich morgens noch nicht gegangen bin, habe ich an mir gezweifelt. Und als er gesagt hat „Bis zum nächsten Mal“, habe ich daran gezweifelt, dass wir einander glauben. Und uns selbst glauben. Ich habe an Ömer gedacht, nicht nur im Februar, auch im Mai. Und mit Tybalt geschrieben, nicht nur einmal. Ich wäre fast nach Münster gefahren. Und bin Max hinterhergerannt für eine Portion Einsamkeit an seiner Seite. Es kommt mir nicht beliebig vor, aber kann das war sein? Ich will mich ja festlegen. Aber vielleicht nur um des Festlegens willen, nicht um des Menschens willen? Dave ist der, den ich vor mir gesehen hab. Er besetzt kein Haus, aber er liest Adorno. Er hat keine Dreadlocks, aber seine Haare, die ihm ins Gesicht fallen, fühlen sich viel besser an. Er ist nicht polyamor, aber er hat mir mir zusammen einem Freund einen geblasen. Ich bin hin und weg. Von seinen Gedanken. Seinem Ausdruck. Seiner Art, mich in einer konstanten Verunsicherung zu halten. Seinem Aussehen. Seinem Lachen, als er seinen Patensohn auf dem Arm hatte. Ist das er? Ist das mein klägliches Nähebedürfnis? Macht das einen Unterschied, ob man verliebt ist oder sich so fühlt? Will er das überhaupt? Mehr Sekt. Mehr Gras. Mehr Pilze, mehr MDMA. Oh Gott, bitte gib mir mehr Sicherheit. Ich habe Angst. Eine stumme, die sich in meinem Bauch frisst wie Säure. Keine Laute, schreiende. Ich sehe in eine strahlende Zukunft. Sonntag fliege ich für 4 Wochen nach Großbritannien um die Weiten Wales‘ zu sehen und die Tiefen Hare Krishnas. Und bald fahre ich nach Göttingen, um mir einen Ort zu suchen, an dem ich meine Politikhausaufgaben machen kann. Es blendet mich. Ich hätte so verzweifelt gerne jemanden, der mir ein Zuhause gibt- Ich würde jetzt gerne heiraten.
7.8.13 23:11
 


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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.