No matter which way you go

Ich habe seit 4 Monaten Liebeskummer. Es ist nichtmal am schlimmsten, grade. Dave, der jetzt in Birmingham wohnt, zieht mit Katie zusammen, und mein Hass ist zum Großteil wahrgewordene weise Voraussicht. Du bist so ein Arsch. Ausdruckslos. Ich liebe dich. Garnicht, nie, auch nicht, als du es gesagt hast und ich dachte, es ist auch für mich wahr. Ich habe den Gedanken geliebt, dass du der Hausbesetzer bist, auf den ich gewartet habe. Du, Band, Kritische Theorie, Vegetarier, Kinder, Haus, Drogen auf einem Konzert nehmen, im Gras liegen, ficken und träumen. Das war Zuneigung aufgrund von Sperma in meiner Pussy, das war 4 Monate Liebeskummer, weil ich einen Lebensmittelpunkt gebraucht habe und Drama. Ein bisschen verliebt war ich, als ich heute dein Gesicht gesehen habe (verdammt, du bist mein Typ. Tobis Schuld. Du bist Tobi in blond. Ihn anzuschreiben schien ungefährlich. Ich habe nichtmal 20 Sekunden geheult.), du hast Meikes Titten gesehen und Lauras Arsch fast. Seit ich hier wohne, mit ihnen, mit Meike, Laura, Christof, Gregor, in Göttingen, verdammt, ist nichts anders und alles. Ich dachte, erwachsen werden wäre schwieriger. Ich vermisse "zu Hause" nicht so sehr, wie ich dachte. Ich bin hier. ICH bin mein zu Hause. Ich beginne, das zu verstehen.
Letztes Wochenende habe ich gelernt, meinen Namen zu tanzen und habe mit Frank vor Lauras und Kens Augen gefickt. Wieder so ein Tobi. Naja. Irgendwann muss man ja sozialisiert werden, auch mit Hinblick auf Aussehen. Bärige Emos, jippieh-ja-yeah! Mit Vorliebe für harten Sex und kuscheln. Passt, darf so bleiben.
Einiges darf so bleiben. Ich wünschte, es hätte funktioniert. Ich wusste es immer, dass du reif bist wie ein 15-jähriger, dass Adorno die Zeit gefressen hat dafür, dass du lernst, deine Gefühle einzuordnen. Ich würde dich von der Stelle weg heiraten. Habe ich heute Mittag gesagt und es stimmt immer noch. Mit weißem Pferd und allem Kitschkatsch. Aber jetzt weiss ich, dass es nicht vernünftig ist. Im Gegensatz zu Peter Singer zieht der Spast (ja, endlich kann ich ungegendert und politisch inkorrekt reden, Ficker!) Kant den Unterschied zwischen Mensch und Tier bei der Vernunftbegabung. Du bist feige und viel zu elitär. Adorno - Theorie ist Praxis. Du hast nur Angst. Ich stehe auf dich. (I make you miserable - you stick with me although you know I'm gonna ruin your life)

Zuneigung ist kritiklos, Liebe wahllos. Sperma in Muschis, ich wiederhole mich, aber das ist die Essenz. 4 Monate. Jacobsonorgan, Zufall. Ich liebe dich, weil ich dich kennengelernt habe. Nein: Ich liebe dich, weil ich es brauche, dich zu lieben. Warmer Sommertag, du steigst aus dem Auto aus, ich frage mich, ob meine Hose zu kurz ist und meine Schenkel zu dick aussehen, ich denke: Oh!, mein Atem hält an, du küsst mich, du fickst mich in den Arsch, ich träume von dir, ich denke an dich, in einem walisischen Bauernhaus, im Hare-Krishna-Gottesdienst, in meiner ersten Studienwoche. Ich denke: Ich will das. Dich. Ich liebe dich.
Bald wird es sicher schneien. Kein Zug nach Herrenberg. Du wohnst in Birmingham. Ich bin hier, ich bin allein, ich will leben und lernen, dass das in Ordnung ist. And all I''m left with is noise. Musik ist alles, auch, wenn das alles ist.
MusikDrogenAlkoholFicken. Noch nie hat etwas besser gegen Liebeskummer geholfen. Ich vermisse deine Idealisierung schon ein wenig. Fuck. Zwangsheirat, Monogamie, mittelalterliche Sexualmoral - die Fiktion von echter Liebe, die Einbildung von für immer. Das wäre schön.

14.11.13 02:14


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Vorgestern wollte ich weg. Ein großer Klumpen Peas im Joghurt und einer im Hals. Ich dachte an Dinge wie „Ablehnung“ (schonwieder kein Politikstudienplatz) und „Ablenkung“ (Hey, irgendjemand spielt Fußball.) Gestern wollte ich Alice sehen. Zuwenig Psilocybin und zu viel Menschen. Ich mag sie nichtmehr. Lena geht mir auf den Sack. Meine Mutter geht mir auf den Sack. Sonja geht mir auf den Sack. Heute, wieder zugedröhnt, nur Sekt, aber welchen Unterschied macht es, einfach weg, konnte ich nichtmal genießen, Sophia wiederzusehen. Ich hasse alle um mich herum. Sie gehen mir auf den Sack, nichts, was sie tun, ist richtig. Seit 5 Monaten habe ich bei nichts, was ich tue, das Gefühl, hier zu sein, angekommen zu sein. 1. April. Hallo, Deutschland. 1.Mai bald geht’s weiter.1.April Ich sollte mal anfangen 1.Mai Bald arbeiten. Arbeiten. Aufhören wollen. 1.Juni Arbeiten wollen nichts wollen aufhören. 1.Juli schon?wirklichschon. sommer ist das nicht- tage kürzer statt länger. Hallo. Nico. Ich hab deinen namen schon fast vergessen, aber bitte, gottverdammt, mach was, um mich zu retten- 1. August jetzt jetzt jetzt Suche ich mir Tobiklone? Oder bin ich so verzweifelt, dass ich ihn jedem etwas von Tobi sehe? Ich kann nichtmehr einschätzen, was Zuneigung ist und was Verzweiflung. Mir war nicht klar, wie wenig ich mich von dem Gedanken der Unvollständigkeit und Bedürftigkeit emanzipiert habe- wie viel mir allein sein ausmacht. Ich habe mit Merlin telefoniert, diesem alten Wahnsinnigen, dessen DS-Welt höchstens Faszination sein kann, nie Wahrheit. Ich habe mich auf Nico eingelassen und ihn bewundert für seine Survivalgeschichten und dafür, wie gut er mit Kindern umgehen kann- dachte mittags um 5, hier ist was, hier, zwischen ihm und mir, als wir den Pfad im Wald verloren haben und auf Tannenzapfen den Abhang runtergerutscht sind. Habe ihn gehasst und an ihm gezweifelt, als er nachts nicht auf meine Tränen reagiert hat. Als ich morgens noch nicht gegangen bin, habe ich an mir gezweifelt. Und als er gesagt hat „Bis zum nächsten Mal“, habe ich daran gezweifelt, dass wir einander glauben. Und uns selbst glauben. Ich habe an Ömer gedacht, nicht nur im Februar, auch im Mai. Und mit Tybalt geschrieben, nicht nur einmal. Ich wäre fast nach Münster gefahren. Und bin Max hinterhergerannt für eine Portion Einsamkeit an seiner Seite. Es kommt mir nicht beliebig vor, aber kann das war sein? Ich will mich ja festlegen. Aber vielleicht nur um des Festlegens willen, nicht um des Menschens willen? Dave ist der, den ich vor mir gesehen hab. Er besetzt kein Haus, aber er liest Adorno. Er hat keine Dreadlocks, aber seine Haare, die ihm ins Gesicht fallen, fühlen sich viel besser an. Er ist nicht polyamor, aber er hat mir mir zusammen einem Freund einen geblasen. Ich bin hin und weg. Von seinen Gedanken. Seinem Ausdruck. Seiner Art, mich in einer konstanten Verunsicherung zu halten. Seinem Aussehen. Seinem Lachen, als er seinen Patensohn auf dem Arm hatte. Ist das er? Ist das mein klägliches Nähebedürfnis? Macht das einen Unterschied, ob man verliebt ist oder sich so fühlt? Will er das überhaupt? Mehr Sekt. Mehr Gras. Mehr Pilze, mehr MDMA. Oh Gott, bitte gib mir mehr Sicherheit. Ich habe Angst. Eine stumme, die sich in meinem Bauch frisst wie Säure. Keine Laute, schreiende. Ich sehe in eine strahlende Zukunft. Sonntag fliege ich für 4 Wochen nach Großbritannien um die Weiten Wales‘ zu sehen und die Tiefen Hare Krishnas. Und bald fahre ich nach Göttingen, um mir einen Ort zu suchen, an dem ich meine Politikhausaufgaben machen kann. Es blendet mich. Ich hätte so verzweifelt gerne jemanden, der mir ein Zuhause gibt- Ich würde jetzt gerne heiraten.
7.8.13 23:11


Kurz vor 3 Uhr morgens und ich bin zurück. In der Scheiße.
Sitze vor dem Gästeklo, ein Glas Salzwasser intus, ich kann nicht heulen, ich habe seit Monaten nicht richtig geheult, trockene Schluchzer, die denn Schwall aufhören, wie Verstopfung fühlt sich das an, Heulverstopfung.
Kotzen kann ich auch nicht. Vielleicht ein Zehntel dessen, was ich zuviel gegessen habe. Wenn überhaupt. Die erste bewusste Selbstverletzung seit, mh, 5 Jahren? Das ist die Zahl, die ich normalerweise nenne. Nicht, weil es sich gut anhört, sondern weil es sich auch so anfühlt und ich es glaube. 5 Jahre. Fünf. Jahre. Das ist gut. Und dann beiße ich mir in den Arm, weil ich mich hässlich finde.

Das muss keiner wissen. Aber ich weiss es. Und frage mich, ob überhaupt nichts passiert ist. Vielleicht entwickelt man sich ja garnichtmehr weiter. Bleibt man der Mensch, der man ist, wenn man 15 ist. Oder 12. Oder 8. Vielleicht bleibt man sogar der, der man ist, wenn man geboren wird.
Als wäre garnichts passiert. Ich hatte eine gesunde Beziehung. Mein Vater ist gestorben und ich habe statt Lebensschwindel etwas daraus gezogen, das man Versöhnung nennen könnte. Ich habe ein Abi. Ich war 10 Wochen ganz allein und habe Gott zu mir kommen lassen. Ich habe Abstand genommen von alternativen Beziehungsformen zu alten Männern. Und gemerkt, dass es in Ordnung ist, wenn ich mich wieder annähere, weil ich das so möchte.

Ich habe es geahnt, als das anfing. Als Nico gesagt hat, dass er mich zu dick findet. Nico, der mich in Strumpfhosen packt und viel zu wenig lacht beim SM. Nico, der meint, mich bestrafen zu MÜSSEN und Nico mit dem hübschen Lächeln zwischen Bart und den längsten Männerhaaren, die ich je gesehen habe.
Essstörungen, das hat Psychologie Heute gesagt, gehen nie weg. Weil man nie komplett auf das Suchtmittel verzichten kann. Ich hab das gewusst.
Aber schlechter fühlt es sich nicht an, jeden Tag auf die Waage zu stehen und gezwungen sein, als nie drauf zu stehen und sich nicht anzusehen. Kam ja nicht wieder. War ja nie weg.

Zu müde, um zu schreiben. Soll ich noch was kiffen? Egal, egal, egal, egal. Ich will egal. Ich brauche egal. Ich brauche die Intensivierung meines Lebens. Ist es falsch, wenn ich mein Leben auffressen und auskotzen will? Das ist, was ich will. Ich will fliegen.
Ich will lachen und heulen, ich will geschlagen werden und geliebt, gefickt und mit leuchtenden Augen in den Nachthimmel sehen mit jemandem, ich will weiterkommen und weggehen und mich nie mehr von der Stelle rühren. Ich will ein Kratzen im Hals, von zu laut singen, von einem Schwanz und meiner Kotze, ich will schreien und rennen bis ich tot umfalle und ewig weiterlebe. Ich will, dass das jetzt hier ist und unendlich bleibt und dass wir beide eins sind, wir alle. Ich will kein Glück, ich will Leben und die tiefste Misere und die höchsten Berge mit dem Herzen voller Seitenstechen hochlaufen, mit jemandem, der hinter mir die Peitsche schwingt, wenn ich versuche, eine Pause zu machen und ich will es ganz alleine schaffen. Ich will mein Leben verschlafen in einem dunklen, kühlen Raum und alleine bleiben mit meinen Träumen und ich will, dass ihr alle hier seid und mich so liebt, wie ihr es tut, alle auf einmal und dass es nie wieder aufhört. Ich will, dass sich nichts mehr falsch anfühlt, was mir Spaß macht und mich bereichert, ich will, dass nichts mehr wehtut und alles auf meiner Haut brennt.

Das hier ist kein Rückschritt. Das ist MEHR.

23.6.13 03:21


Kurz vor 3 Uhr morgens und ich bin zurück. In der Scheiße.
Sitze vor dem Gästeklo, ein Glas Salzwasser intus, ich kann nicht heulen, ich habe seit Monaten nicht richtig geheult, trockene Schluchzer, die denn Schwall aufhören, wie Verstopfung fühlt sich das an, Heulverstopfung.
Kotzen kann ich auch nicht. Vielleicht ein Zehntel dessen, was ich zuviel gegessen habe. Wenn überhaupt. Die erste bewusste Selbstverletzung seit, mh, 5 Jahren? Das ist die Zahl, die ich normalerweise nenne. Nicht, weil es sich gut anhört, sondern weil es sich auch so anfühlt und ich es glaube. 5 Jahre. Fünf. Jahre. Das ist gut. Und dann beiße ich mir in den Arm, weil ich mich hässlich finde.

Das muss keiner wissen. Aber ich weiss es. Und frage mich, ob überhaupt nichts passiert ist. Vielleicht entwickelt man sich ja garnichtmehr weiter. Bleibt man der Mensch, der man ist, wenn man 15 ist. Oder 12. Oder 8. Vielleicht bleibt man sogar der, der man ist, wenn man geboren wird.
Als wäre garnichts passiert. Ich hatte eine gesunde Beziehung. Mein Vater ist gestorben und ich habe statt Lebensschwindel etwas daraus gezogen, das man Versöhnung nennen könnte. Ich habe ein Abi. Ich war 10 Wochen ganz allein und habe Gott zu mir kommen lassen. Ich habe Abstand genommen von alternativen Beziehungsformen zu alten Männern. Und gemerkt, dass es in Ordnung ist, wenn ich mich wieder annähere, weil ich das so möchte.

Ich habe es geahnt, als das anfing. Als Nico gesagt hat, dass er mich zu dick findet. Nico, der mich in Strumpfhosen packt und viel zu wenig lacht beim SM. Nico, der meint, mich bestrafen zu MÜSSEN und Nico mit dem hübschen Lächeln zwischen Bart und den längsten Männerhaaren, die ich je gesehen habe.
Essstörungen, das hat Psychologie Heute gesagt, gehen nie weg. Weil man nie komplett auf das Suchtmittel verzichten kann. Ich hab das gewusst.
Aber schlechter fühlt es sich nicht an, jeden Tag auf die Waage zu stehen und gezwungen sein, als nie drauf zu stehen und sich nicht anzusehen. Kam ja nicht wieder. War ja nie weg.

Zu müde, um zu schreiben. Soll ich noch was kiffen? Egal, egal, egal, egal. Ich will egal. Ich brauche egal. Ich brauche die Intensivierung meines Lebens. Ist es falsch, wenn ich mein Leben auffressen und auskotzen will? Das ist, was ich will. Ich will fliegen.
Ich will lachen und heulen, ich will geschlagen werden und geliebt, gefickt und mit leuchtenden Augen in den Nachthimmel sehen mit jemandem, ich will weiterkommen und weggehen und mich nie mehr von der Stelle rühren. Ich will ein Kratzen im Hals, von zu laut singen, von einem Schwanz und meiner Kotze, ich will schreien und rennen bis ich tot umfalle und ewig weiterlebe. Ich will, dass das jetzt hier ist und unendlich bleibt und dass wir beide eins sind, wir alle. Ich will kein Glück, ich will Leben und die tiefste Misere und die höchsten Berge mit dem Herzen voller Seitenstechen hochlaufen, mit jemandem, der hinter mir die Peitsche schwingt, wenn ich versuche, eine Pause zu machen und ich will es ganz alleine schaffen. Ich will mein Leben verschlafen in einem dunklen, kühlen Raum und alleine bleiben mit meinen Träumen und ich will, dass ihr alle hier seid und mich so liebt, wie ihr es tut, alle auf einmal und dass es nie wieder aufhört. Ich will, dass sich nichts mehr falsch anfühlt, was mir Spaß macht und mich bereichert, ich will, dass nichts mehr wehtut und alles auf meiner Haut brennt.

Das hier ist kein Rückschritt. Das ist MEHR.

23.6.13 03:14


Die Zeit, seit ich wieder zu Hause bin ist völlig seltsam.
Sie ist etwas total anderes und stehengeblieben.
Als wäre Guatemala ein Traum gewesen ist die Kälte und die Trostlosigkeit der Felder Richtung Aussichtsturm die gleiche. Die Themen sind die gleichen: Bernhard verloren, Papa verloren. Allein sein. Gehen wollen. Mutig sein, verängstigt sein. Nur klar denken können in den wirren Gedankengängen von einer Flasche Sekt und mehr, grade auch. Ironisch, wie die Männer, die sich zu Ehren meines Vaters, eines Alkoholikers, auf seiner Beerdigung betrunken haben.
Ich mäckele und schlafe. Schlafe an dem Grau Deutschlands herum und mäckele an meiner Figur. Sehe mir hübsche, schlanke Frauen an, wünsche mir und träume von Eskalation und stehe mir selbst im Weg mit Schüchternheit, dem geborgen sein in fluffigen Butterkuchen und an mir vorbeiziehendem Fernsehen in grau, grau, dunkelgrau. Verdammt.
Ich spüre schon fast wieder so etwas wie die dumpfe, unterdrückte, stumme Wut. Und weiss nicht, ob es einfach nur das Loch ist, nach 10 Wochen voller Eindrücke nichts zu tun zu haben (und draußen hat es keine 10 Grad), oder ob es zurück ist, alles. Ob ich zuhause einfach depressiv bin, sagen wir doch, wie es ist, ob nicht nur Martin, der ein Tobiersatz ist und schlafen, was ein Ritzersatz ist, mich dazu machen sondern hier zu sein. Ob ich auch weg muss von grauen, asphaltierten Wegen zwischen Reben und Johnny Depp, der als Erinnerung an mich mit 14 an der Türe hängt und vorallem auch von meiner Mutter, um alles hinter mir zu lassen. Und wo ich dann hingehe und ob es wirklich anders werden kann und besser wird und ob das wohl geht? Und ob ich das will?
Und ob das sein muss, so radikal, so schlimm, so auswegslos?

Und: ob ich das will? Wollen wollen.

Lebensmittelpunkt Fehlanzeige. Ich mache Ömer in Ermangelung eines gerechtfertigteren dazu und bin in höchstem Maße eifersüchtig auf seine Freundin. Oder auf die glückliche Beziehung (hach, sich geborgen fühlen, das wär was). Oder beides.

Ich will ehrlich ver- und geliebt sein und mich finden, gerne in Indien, und meinen Hass vergessen, den Groll und die Wut wegbaden, und frei sein und mich glücklich fühlen.
Das wird überschattet von allzuweltlichen Kompensationen wie: Mein Bauch ist zu dick. Ich bin zu schüchtern. Zu ungefickt. Ich kann nicht gut genug singen. Ich bin zu unsportlich, zu unzynisch und noch lange nicht wissend genug. Es sind zu viele Dinge, die ich theoretisch erledigen müsste.
Ich flüchte mich in meine Angst vor der Welt und bin...

weg.

7.4.13 01:31


In 14 Stunden sitze ich im Flugzeug nach Guatemala.
Meine größte Angst gilt nichtmehr dem Flugzeugabsturz, sondern dem, dass ich in lauten, europäisch anmutenden Diskos grampfig auf Stühlen sitze und meinen Mitreisenden zuschaue, wie sie sich amüsieren, in der Hoffnung, mich damit weniger selbst auszuschliessen als damit, bei meiner Gastfamilie zu bleiben. Und K.O.-Tropfen in Cocktails und lachenden, dunklen Banden von Guatemalteken, die mir mein Geld nehmen und Aids und Leben lassen. Huah, was für überbesorgte Gedanken. Und selbst da macht mir das tanzen noch mehr Angst.
Ömer wollte grade nochmal mit mir telefonieren und ich grinse über beide Ohren, als wir auflegen.
Ich bin nicht so blind, kopflos begehrt von ihm, wie ich mir das wünschen würde. Und wir verstehen uns nicht auf so vielen Ebenen, wie ich mir das wünschen würde.
(Oder wie ich vielleicht denke, dass es ein angemessener Preis dafür sein könnte, mit jemandem ins Bett zu gehen, der 23 Jahre älter ist als ich. Ich muss so oft an Tybalt denken in der letzten Zeit und daran, wie gerne ich hätte, dass gute 30 Jahre und eine Tochter, die fast so alt ist wie ich, egal sind, wenn man sich nur so sehr so einig ist. Einig, das trifft es. Ich wünschte mir, der Gesellschaft wäre das egal, vorallem aber, mir wäre das egal. Ich denke an seinen Sai-Baba-Alter, seinen kurzen, dicken Schwanz in mir und an Sommernächte und Fasnachtskälte, Seile um meine Handgelenke und Sprühdosen, eine Flasche Wein vor mir, Tränen, während er im Nebenzimmer Mollstücke auf der Geige spielt und daran, glücklich und nackt auf der Fensterbank zu sitzen und die Kalker Tage vorbeiziehen sehen.)

Aber morgen bin ich im Flugzeug, übermorgen in Guatemala und in 2 Wochen richtig angekommen. In zweieinhalb Monaten bekomme ich von Ömer Striemen auf meinen Hintern, in drei muss ich mich fragen, ob das halbe Jahr gereicht hat, um Bernhard nicht mehr zurück zu wollen und irgendwann dazwischen muss ich mich entscheiden, ob ich hier bleibe oder weggehe, Katholische Theologie studiere oder irgendetwas anderes, irgendwo anders.

Meine Tante hat meine Chakren in die richtige Position gebracht, mich auf die Reise eingestimmt und ich merke, dass es geholfen hat. Es gibt ein Chakra, dessen negativer Glaubenssatz ist "Wenn ich mir nicht ständig Sorgen mache, werden ich sterben." Na, wenn da mal nicht der Hund begraben liegt!
Als ich mit ihr in der Praxis saß und Tee getrunken habe, als ich mit meiner Mutter meine Henkersmahlzeit gegessen habe, als ich kürzlich auf Ömers Schoß lag - in diesen Momenten hab ich die Zeit dafür verflucht, dass sie sich nicht anhalten lässt, scheißegal, wie sehr man bittet und bettelt.
Ich hätte gerne Standby, bis ich bereit zum Weiterleben bin, bis ich bis hierhin alles verdaut habe. Kurz Pause drücken, das wär echt angebracht.

18.1.13 23:50


In solchen Momenten komm ich mir so unlebendig vor. Ich will so sehr zurück und so sehr nach vorne.
Das Leben ist bitter wie meine Antibiotika und schimmelig wie der warme Holzboden, an den ich mich erinnere. Auf dem ich mit Tybalt stehe, kein Blut mehr in den Händen, noch keine Angst und keine Verzweiflung im Herzen, kein Winter. Warmer Sommer, warmes Alles-noch-vor-mir, warme Pläne, von denen ich noch nicht wusste, dass sie sich nicht erfüllen würden. Ich will zurück zu irgendwas, was mehr ist, und höre Tina Dico. Ich habe mir seine jüngere Tochter auf Facebook angesehen, sie ist hübsch und so verdammt groß. Und habe Tobi Weihnachtsgrüße übermittelt.
Ich will mehr. Mehr Leben. Irgendwas mehr, dabei ist es ziemlich egal was. Ich könnte aufhören zu essen und anfangen zu trinken, ich könnte zwischen leeren Bierflaschen torkeln und heulen und mir einen glitschigen Schwanz abwechselnd in alle Körperöffnungen stecken lassen. Das klingt alles grauer, als es ist. Ich weiss nur, dass es Sommer sein muss und ich barfuß. Ich will improvisierte WG-Küchen anmalen und wie ein Kind durch Brombeerfelder rennen und mit verschrammten Beinen irgendwo ankommen, wo zu Hause ist und wo die Wärme bleibt, wenn die Sonne untergeht. Gott, ich will mich so sehr wieder so furchtlos und lebendig fühlen, wie ich es schon tat.

29.12.12 14:59


Heute morgen, als ich Richtung Heuberg gelaufen bin, war es, als würde die Sonne für diese 20 Minuten nur dafür scheinen, um mein Gefühl von Verlorensein und Heimatlosigkeit zu durchbrechen. Es war richtig warm und hell, so warm und hell, wie es normalerweise nur im Juni wird. Das war Sommersonne, keine 2.-Weihnachtstagsonne.
Weihnachten ist unterdessen besser als gedacht. Alkohol und Dunkelheit, aber auch ein bisschen übriggebliebene Familie. Heute Nacht habe ich nicht nur von Robin Scherbatsky und einem Mann mit mit nacktem Riesenpenis geträumt sondern auch von (viel zu intimem) Analsex mit Bernhard und geheimen Wohnungen mitten in der Stadt.
Meine Zahnschmerzen sind ein bisschen besser und aus meinen Boxen dröhnt Boy mir Zuversicht in die Ohren.

Vor Guatemala habe ich immer noch vor allem Angst, aber ein bisschen Vorfreude ist tatsächlich auch dabei.
26.12.12 11:51


Draußen wird es dunkel, kaum habe ich mich aufgerafft, um zu duschen, zu frühstücken und eine Folge How I Met Your Mother zu sehen.
Ich trinke in der Dunkelheit, die sich anfühlt, als würde sie schon tagelang vor meinem Fenster hängen, lauwarmen Tee. Und versuche, mich zu entschleunigen.
Seit 14 Tagen mache ich nicht. Nicht nichts aber auch nicht wirklich was. Die meiste Zeit bin ich zu Hause. Ich esse zuviel oder vergesse zu essen und die Zeit geht zu schnell oder zu langsam vorbei.
Ich fühle mich einsam, besonders nachts. Manchmal, wenn ich frühmorgens aufwache, lange, bevor die Sonne aufgeht, aber irgendwie ist es immer lange, bis sie wieder aufgeht, dann erwürgt mich dieses Gefühl fast. Mein Herz sticht und das Atmen fällt schwer und ich heule ein bisschen. Ich muss den Fernseher anmachen, jemanden reden hören, damit ich nicht durchdrehe und auf das Dach steige oder die Lampe zerschlage oder brülle oder sonst irgendwas verrücktes mache.

Ich bin so konstant nervös. So konstant in Eile. Ich tippe schnell, lese schnell, laufe schnell, atme schnell. Ich muss drei Dinge auf einmal tun, ich kann mich auf nichts konzentrieren. Nichtmal konzentriert fernsehen kann ich. Ich checke ständig alle möglichen Posteingänge und Internetseiten. Ich lese beim Essen, nicht aus Interesse, sondern weil es mir vorkommt, als sei essen alleine zu wenig. Ich spiele beim baden Gameboy. Wenn ich schreibe, höre ich Musik. Eins ist zu wenig. Ich mache lieber alles nicht richtig. 
Ich habe nichts zu tun, und wahrscheinlich muss ich das ausgleichen. Ich bin nervös, nervös, nervös. So nervös, dass ich Durchfall bekomme. So nervös, dass ich kaum einschlafen kann.

Meine Arme tun weh, weil ich gestern zu Ömer gefahren bin. Und das war seltsam. Und gut. Ekelhaft, wie er mich mit seinem "Hihi, Schweinewelt" an Daniel erinnert hat, aber wahrscheinlich gut so, weil es sonst zu toll gewesen wäre. Meine Arme tun mir weh und sind total blau, aber wahrscheinlich finde ich das nur deshalb nicht schön, weil ich es nicht gewohnt bin. Ein bisschen zu viel Verzweiflung war wohl dabei, aber ich hatte fast vergessen, dass es auch Menschen gibt, die gut küssen können. Nicht nur wegen Dicke-Kalte-Waschlappen-Zunge Réné, sondern auch ein wenig wegen Bernhard. Glaube ich zumindest. Gott, ich hatte mit diesem Typen über ein Jahr fast täglich Sex und erinnere mich jetzt schon nur noch an so wenig. Ich weiß nicht, ob das normal ist. 
Ich hätte gern eine begeisterte Mail, an die ich mich klammern könnte.  Ohne hab ich das Gefühl, ich hätte das gestern Abend nur geträumt. Die Details sind schon wieder so verwischt, verschwommen. Das ist wirklich schade. Mir hängt ein "Meine Güte, würde ich dich jetzt gerne ficken" nach und das Gefühl von aufgehoben sein, als er mir ein Kissen unter den Kopf gelegt hat. Ich komme mir kindisch vor, weil ich es nicht erwarten kann, ihn wiederzusehen.

Ich muss meinen Tee runterkippen und mit meiner Mutter in eine verrauchte Bude gehen, wo sie etwas für meinen Vater spielen. Jetzt, wo es drauf ankommt, bin ich zu langsam. Im Schneckentempo.

14.12.12 20:20


Ich hab mich ganz gut gehalten, für die Umstände. Zumindest glaube ich das.
Manchmal, wenn ich mit meiner Mutter die Tür reingestolpert komme, will ich laut "Hallo" rufen. Manchmal passiert es mir sogar und dann tue ich so, als hätte es dem Kater gegolten. Nachts träume ich, dass mein Vater noch lebt und tags behandle ich sein Erbe nicht so, wie ich es tun sollte. Sein Erbe (das Wichtige, nicht die eine Hälfte aller seiner Dinge, die es faktisch sind), das ist das Buch, dass er mir auf seinem Schreibtisch hat liegen lassen. Es hat einen komischen Titel, irgendwas mit Sklavenplanet, aber es geht um Spirituelles, darum, sich seine Welt zu erschaffen und sie nicht erschaffen zu lassen. Ich habe also als Vorbereitung darauf nochmal "Bestellungen beim Universum" gelesen und mir endlich "Gespräche mit Gott" bestellt. Das macht mich aber zu wütend, um es ganz zu lesen, mit seiner ganzen Missachtung von zwischenmenschlichen Beziehungen und zwischenmenschlicher Liebe. Und bevor ich das nicht gelesen habe, kann ich das andere nicht verstehen. Deswegen liegt es jetzt auf meinem Schreibtisch, Papas Erbe, und wartet darauf, dass ich irgendetwas damit anfangen kann.

Vorgestern war mein letzter Tag im Kinderhaus. Ich habe eine kitschige Karte bekommen und ein cooles Buch und teure Buntstifte hingebracht. Ein paar Umarmungen von Leuten, von denen ich nicht weiß, ob ich sie mochte, und dann war ich schon weg, mit meinen Birkenstocksandalen, ohne Kinderhausschlüssel. Spektakulär unspektakulär. Kinder vermissen einen nicht, wenn sie einen nicht sehen und nichts von einem hören.

Vielleicht geht es Bernhard mit mir genau so? Heute ist wieder ein schlimmer Tag. Heute blieb zum ersten Mal Schnee liegen, pünktlich zum ersten Advent, na bitte! und ich denke daran, wie wir letztes Jahr, als meine Großcousine da war, zusammen beim Plätzchen backen geholfen haben. Ich denke daran, wie gerne ich Schlitten fahren gehen würde mit ihm. Und wie gern mit ihm Weihnachten feiern. Wie ich letztes Jahr am 22. durch Freiburg gelaufen bin, und es gab einen Schneesturm, wunderschön war der, und ich musste ganz langsam laufen, damit ich nicht ausrutsche. Als ich bei dir ankam, war es schon vorbei, aber der Schnee war noch da, und wir konnten uns die weiße Decke von deinem Balkon aus ansehen. Dein Zimmer war wie eine warme, kuschelige Höhle gegen all die Kälte da draußen. Du warst so eine Höhle. Ja, heute ist ein ganz böser Tag.
Die letzten 4 oder 5 Tage waren besser. Da konnte ich an dich denken, ohne, dass es mir das Herz zerrissen hätte. Da hab ich so viel verstanden und dachte sogar, dass ich dir vielleicht schreiben könnte, dass ich mit dir befreundet sein will. Nicht jetzt, aber irgendwann bald, wenn ich das irgendwie komplett verkraftet hab.
An solchen Tagen weiß ich, woher das alles kommt. Dass ich zwei Ängste habe, seit wir nicht mehr zusammen sind. Die eine ist die vor dem Alleinsein und wahrscheinlich hat die jeder, der verlassen wurde. Und die zweite ist die, dass alles, was schön war zwischen uns, irgendwie verloren geht. Ich weiß, dass das nicht stimmt. Aber dass du so schnell eine neue Beziehung eingegangen bist, das macht mir Angst. Das gibt mir das Gefühl, dass dir all das zwischen uns nichts wert war. Dass es für dich vorbei ist, dass ich für dich gestorben bin. All sowas. An solchen Tagen kann ich dich verstehen. An solchen Tagen merke ich, dass es vielleicht nicht meine Entscheidung gewesen wäre, mich zu trennen, dass ich deine aber nachvollziehen kann. An solchen Tagen weiss ich, dass wir nicht so glücklich waren, wie es sich gehört. Dass alles, wobei ich an dich denken muss, eigentlich nicht zwingendermaßen schön war. Ja, ich muss in Baumärkten an dich denken. Aber haben wir uns nicht gestritten, als wir den Käfig gebaut haben? Ja, ich muss oft daran denken, wie wir uns drei Tage lang nur von Butterbaguette und Pizza ernährt haben. Aber fanden wir das witzig oder haben wir beide nicht in Wirklichkeit bloß an unsere dicker werdenden Bäuche gedacht? Ja, ich würde gerne in deinem Bett liegen und mit dir kuscheln, aber würdest du dich nicht bloß wieder ärgern, dass ich um 10 Uhr einschlafe?
Ich vermisse viel an dir. Wahrscheinlich vermisse ich, dass du mir gezeigt hast, wie es geht, romantische Gefühle und Gesten zuzulassen und darin glücklich zu sein. Klar, ich vermisse nichts, was nicht auch ein anderer Kerl haben könnte, so würde Lena das sagen. Aber das tut man doch nie. Keine Eigenschaft ist einmalig. Aber ich würde dir so gerne durch deine dunkelblonden Haare wuscheln und wissen, dass du da bist. Ich würde gern deinen nackten, warmen Körper an meinem spüren und wissen, dass du mich beschützt. Ich weiss nicht, ob ich dich noch liebe. Keine Ahnung, ob man das überhaupt wissen kann, wenn man einander 6 Wochen lang nichtmehr gesehen hat. Aber ich weiss, dass ich dich vermisse. Vielleicht vermisse ich dich bald wenig genug, um mit dir befreundet sein zu können. Das würde ich mir wünschen.

 

2.12.12 10:23


Papa ist tot.
Mama hat gesagt, er weiss, dass ich ihn geliebt habe, und ich hoffe, dass sie recht hat. Verstehe es aber sowieso noch nicht so richtig und vermisse stattdessen Bernhard noch mehr.
Ich habe das Gefühl, dass mir alles weggenommen wird und ich garnichts beeinflussen kann. Daheim sein ist schrecklich, ein Käfig aus Mamas Tränen, wenn man sie nicht erwartet und aufgesetzter Heiterkeit, wenn man sie nicht brauchen kann. Ich kann nicht richtig schlafen und nicht wach sein, ständig Kondolenzbesuch, der pisst mich an. Alle wollen mich umarmen und denken böse Dinge, wenn ich mal lächle. Lächeln darf man nämlich nicht, wenn jemand gestorben ist. Wahrscheinlich monatelang nicht, wenn es der eigene Vater ist. Man darf auch nicht an die eigene Zukunft denken und sich überlegen, wie man mit alledem am Besten zurecht kommt. Nur weinen und garnix denken, schätze ich.

Ich habe ein Buch, da wird die Protagonistin immer fickrig, wenn etwas sie beunruhigt oder traurig macht. Bei mir ist es anders rum. Ich schaue Pornos und besorgs mir und danach ist mir nach Casper und Sekt. Jaja, Casper und Sekt! Es scheint, als würden sich bestimmte Dinge nie ändern. Ich fühle mich schon betrunken, bevor ich den Sekt überhaupt hergeholt habe.
Ich denke viel über die Vorteile davon nach, einem Partner treu zu bleiben, auch, wenn man ihn garnichtmehr liebt. Oder nichtmehr so richtig. Aber meine Mutter hat meinen Vater irgendwie doch noch geliebt, einfach, weil sie so viel zusammen durchgemacht haben, einfach deswegen. Ich hab das immer zum Kotzen gefunden. Aber jetzt erzählt sie von vor 40 Jahren und ich sehe den Mann meiner Tante auf Bildern mit meinen Großeltern und Urgroßeltern von 1975 und denke, mann, zumindest hat man dann immer ein Zuhause. Wo kommt denn so ein Zuhause her, wenn man Beziehungen heute einfach so wegwirft? Wenn du sie einfach so wegwirfst, Bernhard.
Ach, ach. Wenn eine 20-jährige einen Platz auf dem Friedhof für ihren Vater aussuchen muss, ist das nicht richtig. Das darf so noch nicht sein, finde ich. Die Eltern beerdigt man, wenn man erwachsen und langweilig ist, ein Haus hat und einen Baum und zwei Kinder, für die man stark sein muss, und einen Job, der einen anpisst und alles ganz langweilig ist, tag ein, tag aus, immer das selbe. Ich hab nichtmal einen Alltagstrott, der mich retten kann. Und schon garkeinen Ehemann. Toll hast du das gemacht. Das hab ich davon, mich so auf dich einzulassen.

4.11.12 15:05


Ich würd dich gerne anrufen und fragen, warum du so oft auf Facebook bist. Warum, mh?!? Hast du nicht ganz viel zu tun in deinem neuen, freien Leben, in deinem ohne-mich-Leben?
Anna Speck vögeln könntest du zum Beispiel. Dir ihre Bilder ins Zimmer hängen könntest du. Sie bewundern, ihr viel zu früh sagen, dass du sie liebst, könntest du. Mit ihr in Zelten liegen, mit ihr Drachen steigen lassen, dir 9Gags ansehen und dich 3 Tage lang nur von Pizza und Orangina ernähren, das könntest du.
Ich dachte das sei schon vorbei, aber mein Herz pocht wieder ganz schrecklich heftig, meine Augen werden hässlich feucht, meine Mumu nicht. Ich hab mich schon ein paar Mal gefragt, ob ich jemals mit irgendjemand anderem Analsex haben will. Mir kam das immer so vor, als wär das nur für uns. Meine ungeputzten Zähne schmecken auch so wie dein verschwitzter Penis. Oder ich bilde mir das ein. Jedenfalls denke ich an dich, und frage mich, wie nur jemals ohne dich. Wie nur, wie nur.  Und dann: Vermissmichvermissmichvermissmich. Bitte, bitte. Hilfe, hilfe.
Ich sehe mir Internetseiten an, die wieder viel zu viel Geld dafür verlangen, in Indien Schildkröten retten zu dürfen oder in Costa Rica Kinder zu unterrichten. In Kenia Löwen ansehen und überhaupt und überhaupt mach ich das ja eh nicht ohne dich wie soll ich das denn auch ohgott es ist schrecklich wie mir das im Herz wehtut.

28.10.12 16:39


Der erste Schneeregen dieses Winters. Ohne dich.
Das Wetter und du sind eben außergewöhnlich kalt für Ende Oktober. Haha.
Ende Oktober ist wohl einfach nicht meine Zeit des Jahres. Wahrscheinlich ist das der Herbst nie, aber. Aber aber aber aber.
Ich hatte mich darauf gefreut, an Weihnachten zwischen deiner und meiner Familie hin und herpendeln zu müssen. Mit deiner bösen Schwester an einem Tisch zu sitzen und mit meinem komischen Onkel zweiten Grades und Allianzen zu bilden. Morgens mit dir den Kopf ins Bett graben und nicht hingehen wollen und abends nachäffen und lachen und so sehr ein Zuhause haben in dir.
Ich wiederhole nichtmehr mantraartig in Heulkrämpfen, dass ich das alles nicht verstehe. Aber in meinem Kopf, da schon.
Mein Vermissen ist trockener als vor einer Woche, aber deshalb nicht besser. Vielleicht bringe ich mein FSJ zu Ende. Vielleicht gehe ich ins Ausland, im Januar, im Mai. Vielleicht studiere ich Theologie ab April. Vielleicht ziehe ich um, in Freiburg, ziehe ich zu meinen Eltern. Aber heimziehen, das geht nicht. Daheim ist bei dir.
Ob ich das Buch bekomme oder meine 40 Euro Betrügern in den Rachen gesteckt habe, weiß ich nicht. Was ich ohne "So bekommen sie ihren Ex zurück" machen soll, weiß ich nicht. Was ich ohne dich machen soll, weiß ich nicht. 

27.10.12 09:44


Was mich wirklich stört, ist, dass du richtig lahme Zeichnungen so sehr magst, meine extra für dich gezeichnete nackte Frau aber garnicht gut gefunden hast. Du wolltest das Bild nicht mal haben. Und du likest dumme Schnörkel auf Facebook, wer weiß, vielleicht hast du auch diese Kinderblume wieder in deinem Zimmer aufgehangen.
Ich vermisse dich. In jede Atemzug. Ich vermisse dich, wenn morgens mein Wecker klingelt, und ich daran denke, dass ich, als ich ihn das letzte Mal gehört habe, bei dir war. Daran, dass du sogar wusstest, wer uns da weckt (Amanda Palmer) und daran, dass jedes grausige Weckerklingeln schön war, mit dir neben mir.
Ich vermisse dich, wenn mein Haargummi um meine Hand mir wehtut, weil ich weiß, wie du versucht hast, ihn mir zu dehnen und mahnend und besserwisserisch von abgeschnürrtem Blut gesprochen hast. Die Straßenbahn schreit Bernhard und am Bahnhof sehen alle blonden Haarbüschel aus wie deiner, alle Ablenkungsmöglichkeiten auf meinem Handy sehen nach dir aus und meine Wolldecke musste ich wegpacken, weil du mal so getan hast, als hättest du Angst vor ihr und mich das zu sehr an dich erinnert hat. Mich erinnert mein Peeling an dich und alle meine Taschen, Bücher und Unterhosen.
Es zerreist mein Herz. Ich bin so schrecklich einsam und weiß nicht, was ich tun soll, und dann denke ich wieder: Ja, du hattest Recht. Wir passen nicht zusammen. Jetzt kann ich soviele Dinge tun. Mich so wild und irrational verlieben, wie ich Angst hatte, das nie tun zu können. Doch noch in den Hausbesetzer oder zumindest in jemanden, der ein Träumerfach studiert. Ich kann ins Ausland gehen, ohne denken zu müssen, dass das alles kaputt macht. (Sagmal, hat Nepal bei uns alles kaputt gemacht? Als ich wieder kam, fing der Streit an.) Ich kann mal eine Schwiegermama haben, die richtig cool ist, wie ich mir das gedacht habe, als ich dieses blöde Frauenbuch gelesen hab. (Im Sommer, am Bagersee, mit dir. Nur am Streiten und glücklich.)
Nur leider weiß ich nicht, ob ich das will.
Ich habe einen Termin für Dauerwellen und einen dafür, mir mein Piercing nachstechen zu lassen. Vielleicht bald auch einen für ein Tattoo. Und das "So gewinnen Sie ihren Ex zurück-Paket" bestellt hab ich auch.
Ich bin total mutig und optimistisch, du bist total ersetzbar.
Ich bin total feige und weiß nicht, was ich ohne dich tun soll. Ich wollte dich heiraten verdammt.

Ich weiß nicht, was los ist. Vielleicht hast du genau im falschen Moment Schluss gemacht. Vielleicht genau im richtigen. Vielleicht richtig, vielleicht falsch. Vielleicht Liebe, vielleicht Projektion.
Ich wäre jetzt gerne bei dir.

25.10.12 19:46


Ich trinke alleine Sekt. Warum schreibe ich nur, wenn ich betrunken bin?
Mein Sommer muss gut gewesen sein. Mein Sommer in Nepal, in Barracken ohne Türen und Fenster Englisch unterrichtet und dabei geschwitzt im Monsun.
Mein Sommer war schwierig. Ich hatte schliesslich Todesangst und Abi und Heimweh und dann habe ich eine einschlafende Beziehung, an der ich so hänge, weil ich ihn liebe und weil ich jemanden brauche. Sie schläft trotzdem ein und bei unserem Sex denke ich wieder an Michelle aus dem Kinderhaus, deren Mutter ihr gesagt hat, sie soll die anderen Kinder verhauen.
Ich kann nicht mit Kindern. Und jetzt? Tschüss Grundschullehramt. Bitte nicht Tschüss Gymnasiallehramt. Ich muss vielleicht einfach mal wieder melancholisch sein. Im Moment sind meine Butzeltage nur Hartz-IV-Fernsehen-Tage. Das ist nicht richtig gut, nicht richtig melancholisch.
Auf dem FSJ-Seminar hab ich mir nicht nur die Hose vollgepisst betrunken und hab Paul wahrscheinlich zu sehr beträngt (aber warum will der auch keinen Sex, wenn er mich so interessant findet, dass er ständig mit mir über Politik diskutiert? Witzbold), ich habe auch Tobi angerufen. Also irgendeinen Missstand gibt es hier wohl. Mein Zimmer hat 11m² und Sonja und ich reden darüber, wie ich Wissen in meinen Kopf habe sickern lassen in der Elften. Ich vermisse die Schule und fühle mich heimatlos. So richtig. Ich wohne nicht hier und nicht bei meinen Eltern, aber das ist es nicht. Ich weiss nicht "wo mein Herz ist", und ein halbes Glas Sekt ist genug, um so kitschig zu sein. Ich höre Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, und wahrscheinlich ist das Ausrede genug wieder Käsepizzas zu essen.
Ich höre auf, mit dem, was ich gerade mache, habe wieder Angst vor diesem Gespräch, immer diese Abbrechgespräche, ja, du hast schon recht, Bernhard, ich breche immer alles ab, aber weisst du, so langfristig, das ist nichts für mich. Langfristigkeit ist nicht für mich gemacht. Ich weiss, ich weiss. Ich hoffe auch, dass das nicht für dich gilt. Ich sollte mehr schreiben und mehr leben. Aber mein Fernseher, der böse Wicht, der hält mich davon ab, obwohl das Leben und die Leute darin auf meiner Seite stehen. Ach nee jetzt. Ich hab keine Lust. Das ist es. Das ist alles, was eine Depression ausmacht, also vielleicht oder auch nicht. Ich will von jemand anderem gefickt werden als dir und das war schon immer der Anfang vom Ende bei mir. Und draußen ist es dunkel geworden ohne dass ich es gemerkt habe. Sogar meine Fische haben sich versteckt vor mir.
Zeit, Sekt nachzuschütten.

9.10.12 19:32


Ich habe mir Sekt eingeschenkt, aber nochnicht angerührt, Tobi angeschrieben, der mir gottseidank nicht geantwortet hat und bereite mich darauf vor, an die 30 ansonsten verhasste Neonusertexte über Liebeskummer zu lesen.
Im Hintergrund Bullet for my Valentine und die Frage, ob ich nicht doch lieber einfach nach Israel gegangen wäre oder zumindest nach Italien.

3 Monate Bolivien und dann zusammenziehen. Jaja. Toll. Ich habe mir schon vorgestellt, länger mit dir zusammen zu sein. So richtig lange. Nicht, dass ich an unsere Kinder gedacht hätte. Aber daran, mit dir nach Berlin zu ziehen vielleicht. Das bedeutet, mir mein Leben, so, wie ich es will, mit dir einzurichten. Und dabei bist du kein Hausbesetzer mit Hund und Autoritätsproblem, sondern ein unpolitischer zukünftiger Mikrosystemtechniker, der einen Flachbildfernseher besitzt. Du passt mir so garnicht in den Kram, eigentlich. 
Tobi meldet sich nachher. wenn sein Besuch weg ist. Hoffentlich bekommen wir das wieder hin, bitte, bitte lass uns das wieder hinbekommen.
Meine Trotzreaktion hat zu dem destruktivsten Mittel gegriffen, das ich mir vorstellen kann; Schlimmer als alle Drogen, Selbstverletzungren oder Verschanzungen ist Tobi. Der ist alles in einem. Und dabei noch nachhaltig zerstörerisch.

Aber ich meine, das kannst du doch echt nicht bringen.
Wie sollen wir 3 Monate aushalten?
Du hast gesagt, du hast kein Bedürfnis, jemand anderen zu ficken. Und dann war ich 5 Tage bei MUN und plötzlich war es doch da?
Du bist der erste, den ich meinen Freunden einlade. Sophia hat dich zu ihrem Geburtstag eingeladen und mein Vater angeboten, sein Fahrrad aufzupumpen, damit du es benutzen kannst.
Nicht, dass wir irgendwann vor 4 Monaten oder so mal gesagt haben, dass wir eine offene Beziehung haben. Aber ich habe dann doch nur noch dich gebracht. Und du hast das gleiche behauptet. Du bist einfach so naiv. Schon Luise ist eine manipulative Hexe. Svenja noch mehr. Glaub mir, ich kenne mich mit manipulativen Borderlinern aus, ich habe grade einen angeschrieben.
Du siehst sie also nach 2 Jahren zum ersten mal, und dann bekommt das ewig schwächliche, bemitleidenswerte Weib eine beidseitige Lungenentzündung, die die Arme sich sicher absichtlich geholt hat. Und du gehst mit ihrem Hund spazieren und besuchst sie. Nachdem ihr euch 2 Jahre nicht gesehen habt, fährst du stundenlang mit dem Fahrrad zu ihr und zurück, um ihren Drecksköter zu versorgen. Meine Fresse.
Und zwei Wochen später fickst du sie. Ihr Gejammere nervt dich, sie liegt da wie ein Brett, sagst du mir, na immerhin, aber du hast zuviel Mitleid an der falschen Stelle. Du isst Aldifleisch, aber deiner autodestruktiven FernstBekannten musst du helfen.

Ich habe Kopfschmerzen. Wegen dem verkackten Presseteamleiten bei MUN, der Wut auf den Layouter, der einfach alles, was wichtig war, rausgeschmissen hat, um sich in Szene setzen zu können und wegen dem Nachabistreß.
Dienstag Nacht warst du zu müde, um dir das anzuhören. Mittwoch nacht fit genug, um mit ihr ins Bett zu gehen.
Ich will es nicht zugeben, aber ich liebe dich so sehr, dass es richtig fette, tiefe Krater gerissen hat.

26.4.12 17:10


Irgendwie ins Leben gerast, dagegengecrasht.
Ich geh nach Israel. Kfar Tikva. Behindertenkibbuz. Unverständlich schön und ganz grausam, dass ich nicht nach Lateinamerika darf.
Ich hab meine Schutzhüllen fallen lassen, aufgehört, mein Leben koscher zu sortieren und alles nur voneinander getrennt zu essen. Schon seltsam, wie treffend Dr. Teicherts Aussage war, dass manche Menschen sich umbringen, weil sie Angst vorm Tod haben. Also dann, Kindchen, hör mal auf, alle auf Abstand zu halten, aus Angst, alleine zu sein. Ich hab Bernhard nach Hause und zu Sonjas Geburtstag gebracht und zugegeben, dass mir die Leute, mit denen ich meine Zeit verbringe, mir doch irgendwie wichtig sind und nicht nur ersetzbare Zufallsbegleitung.
Tybalt hat mir eine schreckliche SMS geschrieben und ich weiß nicht, wo Zuhause ist. Auch egal?
Ich fühle mich ein bisschen verloren, und so, als könnte sich alles in jedem Moment ins Gegenteil verkehren, aber solange alles so bleibt, wie es ist, ist es gut. Sehr.
Ich bin benommen, weil alles so schnell geht. In 11 Wochen wirds das gewesen sein, 14 Jahre Schule vorbei. Dann MUNBW und dann Vorbereitungsseminare und dann 4 Wochen pilgern oder Taizé oder sonstwas, und dann weg hier, wiederkommen und wieder woanders hingehen und ohje. Gut, dass ich Herrn Bär mitnehmen kann.

2.1.12 14:19


Sex wird garnicht so chronisch überschätzt. Nach einer Woche voller Taubheit, Angst, Leere, Lustlosigkeit und Lebensmüdigkeit unwillig in den Zug zu Bernhard gesessen, unwohl zwischen all den Menschen gefühlt und dann plötzlich, irgendwann zwischen erstem Kuss und erstem Orgasmus des Abends angefangen selig zu lächeln und nichtmehr aufgehört. Zugelassene Nähe! , ehrliches Lachen und das Gefühl, für Ewigkeiten dort bleiben zu können aber nicht zu müssen. Seltsam, aber ich fühle mich befriedigt, ohne mich benutzt und dann weggeworfen fühlen zu müssen. Jetzt jedenfalls ist die Welt okay, komplett okay, die Verzweiflung ist weg und nichtmal Tybalts SMS hat mich zu sehr durcheinander gebracht. Hach, Serotonine! <3
4.12.11 14:36


5 Männer, oder vielmehr 5 Schwänze mit Körper dran aber ohne Mensch bearbeiten eine eingeölte, tittenoperierte Nichtmenschin auf die sicher frauenverachtenste Weise, die vorstellbar ist. ("Psychologie heute" hat das Wort sexistisch falsch benutzt und ich bemerke keine generelle Abwertung meinerseits. Tschüss, Borderlinediagnose.) Sie lachen dabei, aber es ist ein zutiefst böses und fast schon metallenes Lachen. Die Szene könnte aus Brave New World sein. Und ich finde das geil.

Und will gern heulen, weswegen ich mir eine geballte Ladung Casper gebe. Aber nicht heulen, weil ich mich ausgegrenzt fühle, denn das ist Loserheulen. Ich will Weltschmerz statt persönlicher Pseudotragödie und Sinnleere statt Überforderungsdepression, das ist viel edler. Klappt nicht. Vielleicht darf ich mir mal wieder etwas Sekt gönnen, den ich hasse. Und ohne dass Tobi am anderen Bildschirmende sitzt und sein Herz im Himmel hängt bin ich dann auch wirklich allein. Paradoxon: Ich bekomme immer dann gute Noten, wenn ich schlechte mit meiner Situation rechtfertigen könnte.
Was sage ich nächste Woche Herrn Teichert? Ich fühle mich
ungreifbar. Ich fühle mich: ungreifbar. Ich bin fertig mit der Welt, kann nicht schlafen und schlafe nur noch, ich schwitze und ich friere und ich fühle mich einsam und will allein gelassen werden, verlassen vielleicht sogar, im mich dann darin suhlen zu können und dann will ich das doch wieder nicht. Ich bin komplett funktionsfähig und nichts klappt und ich übertreibe maßlos, wenn ich sage, es geht mir schlecht, und es ist eine Bagatellisierung. Ich finde mich zum kotzen und bin gefühlsüberladen, narzisstisch, und habe keinen Zugriff auf meine eigenen Emotionen. Ich freue mich auf Nachdemabi, ich habe Angst vor der Zukunft und will mich umbringen und platze vor (zu früher) Freude darauf, dass ich vielleicht wegdarf. Ich will so unbedingt ausziehen wie nie zuvor und zurück in den Uterus meiner Mutter. Ich vermisse Tybalt und Tobi auch und ich bin so froh, dass ich eine neue Chance bekomme. Eine neue Lebenschance, eine ohne-dich-Chance. Gleich zweimal. Niemalsnichtendgültig, und vielleicht endlich für immer. Alles schmerzt und nichts tut weh und mir ist schwindlig vom ereignislosen Alltagstrott.

30.11.11 21:51


Ohgott.
Kontaktabbruch seitens Tobi.
"Ich hasse dich" als Mantra seit 20 Minuten pausenlos vor mir hergesagt. Schlag ins Herz, aber hätte er es wirklich gut mit mir gemeint, hätte er es mich machen lassen, dann hätte es nicht ganz so wehgetan. Vielleicht.
Der Rest der Wodkaflasche wartet, Tschüss Louise Bourgeoise. Morgen werden wir einander nicht näher kennenlernen.

25.11.11 02:57


 
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DIE TAGE WERDEN ENGER.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Ein Leben wartet irgendwo da draußen auf sie
eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Die Tage werden enger, die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen,
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.


Den Kopf voll Todesphantasien.
Der Wunsch zu fliehen lässt sie nicht los.
Die Angst ist groß, nichts kann sie retten.
Ein Berg Tabletten bringt sie durch den Tag.


Ihre Wut und die Nächte sind
ein Labyrinth aus Dornen und Blut.
Stummer Schrei, frische Klingen, der Drang zu springen - endlich aus und vorbei.

Sie träumt sich frei.
Sie stolpert voran,
so schnell wie sie kann
doch alles rast an ihr vorbei.